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Das Tier und Wir

aspekte über eine paradoxe Beziehung. Mit Katty Salié

Der grausame Umgang mit Tieren; Ende der Evolution - Vernichtung der Arten; Haustier Hund; Maximilian Prüfer - Ein Künstler zwischen Biologie und Kunst; Noam Chomsky und sein Aufruf; Suzane: Musikerin und Aktivistin

42 min
42 min
05.02.2021
05.02.2021
UT
UT
Video verfügbar bis 05.02.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Corine Pelluchons Manifest für Tiere

Eine Philosophin fordert Respekt

Corine Pelluchon: "Manifest für die Tiere" - Buchcover
Quelle: C.H.Beck

Wir Menschen sind die Herrscher dieser Welt. Wir sind sehr effizient - mit katastrophalen Folgen, für die Umwelt ebenso wie für die Tierwelt. Lange Zeit war unser Verhältnis zur Natur durch Ausbeutung und Gewalt gekennzeichnet. Heute wissen wir: So kann es nicht weiter gehen. Am Ende zerstören wir auch unsere eigene Zukunft. Im Umgang mit Tieren, davon ist die französische Philosophin Corine Pelluchon überzeugt, zeigt sich nicht nur exemplarisch, wie grausam die Menschheit ist: "Unser Verhältnis zu den Tieren", so schreibt sie, "ist ein Spiegel, der uns zeigt, wozu wir in den letzten Jahrhunderten geworden sind": Menschen sind eine arrogante und grausame Spezies, "die ihre Seele zu verlieren droht". In ihrem "Manifest für die Tiere" zeichnet Pelluchon ein Selbstbild der menschlichen Spezies - und entwirft ein Programm, das uns helfen soll, die verheerende Funktionsstörung unserer Gesellschaften zu reparieren. aspekte trifft sich mit ihr in Paris und stellt sie und ihr Buch vor.

Über das Ende der Evolution

Matthias Glaubrecht sucht Auswege

Matthias Glaubrecht: "Das Ende der Evolution" - Buchcover
Quelle: C. Bertelsmann

Homo homini lupo – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Zuvor jedoch ist der Menschen dem Wolf ein Wolf. Und dem Tiger, dem Elefanten und überhaupt allem, was kreucht und fleucht. Der Homo sapiens war evolutionär deshalb so erfolgreich, sagt der Evolutionsbiologe und Zoologe Matthias Glaubrecht, weil er mit einer Pioniermentalität ausgestattet ist. Er stößt ins Unbekannte vor, plündert und zieht weiter, wenn alle Ressourcen erschöpft sind. Das hat einige Jahrtausende sehr gut funktioniert, könnte uns jetzt aber auf unserem endlichen Planeten das Genick brechen. „Wir erleben gerade“, warnt Glaubrecht, „das größte Artensterben auf der Erde seit dem Aussterben der Dinosaurier. Mit dem Unterschied, dass dieses Mal ist Mensch der Meteorit ist.“ Schon gegen Mitte dieses Jahrhunderts wird die Menschheit die 10 Milliardengrenze reißen und könnte dann die letzten Biodiversitätszentren der Landwirtschaft und ihrem Ressourcenhunger opfern. Katty Salié trifft Matthias Glaubrecht in einem Naturschutzgebiet vor den Toren Hamburgs zu einem eindringlichen Gespräch über einen Planeten, der an multiplem Organversagen leidet.

Suzane: Musikerin und Aktivistin

Das mitreißende Album „Toï Toï Toï“

Anja Rützels Gedanken über den Hund

Die Widersprüche der Tierliebe

Anja Rützel: "Schlafende Hunde" - Buchcover
Quelle: Kiepenheuer & Witsch

Das Corona-Virus hat nicht nur Impfstoffherstellern und Fabrikanten von medizinischen Gesichtsmasken ein sattes Umsatzplus beschert, auch die deutschen Hundezüchter dürfen sich über ein Rekordjahr freuen: In der Pandemie sind Hundekäufe um 20 Prozent gestiegen. Besonders die Städter sind im Lockdown auf den Hund gekommen: Seelentröster im Homeoffice, haariger Freund, der jede Social-Distance-Regel unterwandert und ein vermeintliches Stück „Natur“, das man/frau zum Kuscheln mit aufs Sofa nehmen kann. Katty Salie trifft die wunderbare Journalistin, Kolumnistin und Autorin Anja Rützel („Schlafende Hunde: Berühmte Menschen und ihre Haustiere") zu einem Gespräch über Tierliebe in Zeiten des Artensterbens. Natürlich auf dem Hundeplatz.

Maximilian Prüfer im Porträt

Artenvielfalt in der Kunst

Was ist der Unterschied zwischen einem bunten Gemälde von einem Schmetterling und den Spuren seines Flügelschlags auf einem Papier? Was ist der Unterschied zwischen einem kitschigen Naturbild und dem Versuch, Muster sichtbar zu machen, die natürlichen Ursprungs sind? Der Unterschied trägt einen Namen: Maximilian Prüfer. Der junge Künstler hat ein spezielles Verfahren entwickelt, um Bewegungen von Insekten sichtbar zu machen, seien es „Fußabdrücke“ von Ameisen, oder die Flügelschläge von Motten im Nachtlicht. Seine künstlerische Forschung zielt nicht auf den verklärenden Genuß einer schönen Natur, sondern betrachtet das System Natur – Mensch – Tier von einer höheren Warte. Jenseits von Schönheit und Moral. Dabei kommt er zu erstaunlichen Erkenntnissen, die auch Modelle für funktionierende Gesellschaften enthalten. aspekte trifft den Künstler in einer winterlichen Höhle.

Noam Chomsky ruft zum Ungehorsam auf

Neues Buch "Rebellion oder Untergang"

Noam Chomsky. "Rebellion oder Untergang" - Buchcover
Quelle: Westend

„Was sind denn das für Alternativen? Wir können resignieren, sagen, 'hat doch alles eh' keinen Zweck' und uns dabei schon mal voneinander verabschieden – oder aber wir packen's an, tun, was zu tun ist. Was sind denn das für Alternativen?!“ Das sagt Noam Chomsky, 92, der berühmteste Intellektuelle der USA, vielleicht überhaupt, im aspekte-Interview. Seinen ersten politischen Artikel verfasste er nach eigener Auskunft kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, seinen akademischen Durchbruch schaffte er später mit bahnbrechenden Forschungen im Bereich der Linguistik, von Sprache, Bewusstsein, Intellekt. Er erlebte mit, wie die Amerikaner am 6. August 1945 eine Atombombe über Hiroshima abwarfen. Die nukleare Gefahr: Die Menschen hatten es geschafft – sie konnten sich von nun an selbst auslöschen. Das ließ ihn nicht mehr los. Die fatalen Irrwege der Menschen, globale Ungerechtigkeit und Klimawandel als Folge kapitalistischen Handelns, die drohende Auslöschung aller Lebewesen - sehenden Auges rennen wir ins Verderben, so Chomsky in seinem neuen Buch „Rebellion oder Untergang“. Dabei brauche es „nicht mehr“ als unsere Entschlossenheit. Denn: Was zu tun ist, ob nun gegen die Erwärmung der Erde und das Artensterben oder aber die atomare Bedrohung, welche Schritte schnellst angegangen werden müssen, das sei doch längst erforscht. Wegschauen ist keine Option. Fünf vor Zwölf ist längst vorbei. Jeder Einzelne muss aufbegehren, Bewegungen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion machen es uns vor. „Rebellion heißt ja nicht, dass wir nun mit Äxten durch die Straßen rennen sollen“, so Chomsky.

Stab

  • Moderation - Katty Salié
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