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aspekte vom 7. Februar 2020

Igor Levit und Ludwig van Beethoven: Sondersendung zum 250. Geburtstag

Beethovens Oper "Fidelio"; Beethoven populär; Seine Symphonik; Die Neunte Sinfonie; Live: Der Pianist Igor Levit

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.02.2021, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Beethoven der Humanist

Seine Oper Fidelio in Bonn

Fidelio: Aufführung Theater Bonn
Quelle: Theater Bonn

Gleich zu Beginn des Beethoven-Jahrs gab es in Bonn, der Geburtsstadt des Komponisten, eine bemerkenswerte und sehr politische Inszenierung von seiner einzigen Oper, Fidelio. Eine Freiheits- und Schreckensoper. Es geht um die Unterdrückung durch einen Despoten und den Wunsch der Gefangenen nach Freiheit. Das erinnert sehr stark an die Situation in der Türkei, wo immer noch zahlreiche Oppositionelle unrechtmäßig inhaftiert sind. Für Regisseur Volker Lösch, bekannt für seine politischen und provokanten Inszenierungen der Grund, mit seinem Fidelio die Situation dort zu reflektieren. Für ihn ist die Welt von Fidelio ein großes Gefängnis. Doch damit die Oper im hier und heute funktioniert, lässt er die kruden Dialoge weg und lässt stattdessen in Deutschland lebende Türken und Kurden auftreten. Statt pathetischen Liebeschwüren berichten sie auf der Bühne von ihren Angehörigen, die in der Türkei im Gefängnis sitzen – darunter auch der Bruder des wichtigsten politischen Gefangenen der Türkei. Ein Stück über Willkürherrschaft  - Hoffnung als Hauptmotiv für eine bessere Zukunft. Für Lösch ist Beethoven der erste politische Komponist überhaupt, der mit seiner Musik politische und moralische Botschaften aussendet.

Beethoven populär

Der Komponist im Jubiläumsjahr

Der „Lonely Planet“ kürt jährlich die zehn besten Reiseziele. In den Top Ten landet in diesem Jahr, neben Washington und Kairo auch eine deutsche Stadt: Bonn. Die kleine Stadt am Rhein wurde auf Platz 5 gewählt. Hauptgrund ist laut „Lonely Planets Best in Travel 2020“ der wohl größte Sohn der Stadt: Ludwig van Beethoven. Zum 250. Geburtstag  kehrt die Geburtsstadt des Komponisten ins Rampenlicht zurück. Und damit nicht genug: Der Bund lässt 27 Millionen Euro springen für Beethoven: Ein Bekenntnis und eine Hommage zugleich. 2020 soll ein „Jubiläum für alle“ werden, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Doch wie populär ist Beethoven heute? Was ist übrig geblieben vom Mythos?

Gast und Musik in der Sendung

Igor Levit
Quelle: dpa / Hendrik Schmidt

Auf der aspekte-Bühne und im Gespräch: Igor Levit

Der russisch-deutsche Pianist erhielt im Dezember 2019 den Internationalen Beethoven-Preis für sein politisches und gesellschaftliches Engagement.

Beethoven und seine Symphonik

radikal und kompromisslos

Karl-Heinz Ott: "Rausch und Stille"
Quelle: Hoffmann und Campe

Ludwig van Beethoven gilt als Kraftnatur, als ruppig, unwirsch, ungestüm – so wie seine Musik war auch er radikal und kompromisslos. Früh verabschiedet er sich von einem Kunstideal, das Schönheit, Maß und Ausgleich anstrebt. Er bricht alle Regeln der Kunst und schafft dennoch Werke von atemberaubender Schönheit. Seine Sinfonien zum Beispiel. Zeitgenossen finden seine Musik oft chaotisch. Nie zuvor gab es so viel lärmendes Blech. Aber auch tonal sprengt Beethoven jeden Rahmen. Ihm wird Maßlosigkeit vorgeworfen und mangelnden Sinn für Proportion. Mit dem Buchautor Karl-Heinz Ott werfen wir einen Blick auf die Sinfonien von Beethoven und erleben mit, was seine Werke so einzigartig macht, dass selbst namhafte Komponisten nach ihm sagten: Nach Beethoven könne man keinen Sinfonien mehr komponieren. Wir gehen dem Zauber von Beethovens Musik auf den Grund.

Beethoven der Rebell

Sein Vermächtnis: Die 9. Sinfonie

Paavo Järvi
Quelle: Kaupo Kikkas

Als er diese Sinfonie komponiert ist Beethoven schon komplett taub. Die Sopranistin der Uraufführung muss den Komponisten, der sein Werk selbst dirigiert hat und mit dem Rücken zum Publikum steht, herumdrehen, damit er beim Schlussapplaus mit eigenen Augen sehen kann, wie begeistert das Publikum auf die letzte Sinfonie des Meisters reagiert. Die „Ode an die Freude“ hat es zu besonderer Berühmtheit gebracht. Bei Weltgeschichtlichen Anlässen spielt man vor allem diese Melodie – und sie passt in jedes politische Portfolio: Stalin wünschte sich 1936 eine Aufführung der Neunten zur Feier seiner totalitären Verfassung. Furtwängler dirigierte sie 1937 zu Führers Geburtstag. 1949 zierte sie die Gründungsfeiern der DDR. 1972 dann wird sie zur offiziellen Europahymne. Mit dem Dirigenten Paavo Järvi schauen wir ins musikalische Detail und fragen: Wie sehr glaubte Beethoven selbst daran, dass alle Menschen Brüder werden?

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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