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aspekte vom 8. Juni 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 8. Juni 2018

Bill Clinton ist zurück - Der Ex-Präsident als Krimi-Autor; Frauen ans Schlagzeug! Über die Männerdominanz im Pop; Linn Ullmann "Die Unruhigen" - Roman einer Tochter berühmter Eltern; Live: Namika

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.06.2019, 23:59

Bill Clinton ist zurück

Der Ex-Präsident als Krimi-Autor

"America is under attack!" Jaja, das kennen wir schon: Im Polit-Thriller-Genre ist Amerika jedes Jahr aufs Neue bedroht. Diesmal aber ist etwas anders. Die Autoren: Ein Altmeister der Literaturgattung 'Gänsehaut' und ein leibhaftiger Präsident. Was treibt Bill Clinton, zusammen mit James Patterson "The President is Missing" zu schreiben? Er sagt, es ist die Sorge, denn erst allmählich wird der Welt und Amerika klar, wie verwundbar wir sind, wenn wir von Cyber-Terroristen angegriffen werden. Und natürlich sind es nicht nur Terroristen, die hinter solchen Angriffen stecken.

Bill Clinton und James Patterson beim ZDF-Dreh
Bill Clinton und James Patterson beim ZDF-Dreh Quelle: ZDF

Die Hintermänner und Auftraggeber sitzen in Russland. Und warum greifen sie uns an? "Sie wollen uns auf Jahre hinaus von der Weltbühne verschwinden sehen. Wir sollen keine Rolle mehr spielen", sagt Bill Clinton. Der Thriller-Plot ist schnell erzählt: Ein Computer-Virus hat Amerikas Rechner infiziert, bald soll es alles lahmlegen. Chaos, Hysterie und Zusammenbruch staatlicher und ziviler Infrastruktur wären die Folge. Der Präsident verschwindet für Tage von der Bildfläche - "The President is missing". Nicht, weil er ein Hasenfuß wäre, sondern weil er die Nation retten muss, aber das wird erstmal nicht klar. Und: der Präsident im Roman hat frappierend ähnliche Züge wie sein präsidialer Schöpfer. Zufall? Das klären wir im Gespräch mit Bill Clinton und James Patterson.

Die USA und Europa

EIne Freundschaft in der Krise

Seit die Parole "America First" politische Wirklichkeit wurde, haben sich auch die transatlantischen Beziehungen dramatisch verändert. Die EU ist kein Partner auf Augenhöhe mehr - ein Zwergstaaten-Verbund in weiter Ferne. Ein Fliegenschiss! Richard Sennett konstatiert: "Gerade mal 100.000 Leute in den USA wissen, was die EU bedeutet. Es interessiert die Amerikaner einfach nicht." Wir haben den amerikanischen Soziologen sowie die US-Schriftstellerin Irene Dishe und die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman zum Blick des 'großen Bruders USA' auf Europa befragt.

Frauen ans Schlagzeug!

Über die Männerdominanz im Pop

Taylor Swift, Rihanna, Beyoncé, Adele, Lady Gaga – erfolgreicher Pop der Gegenwart ist weiblich, könnte man meinen. Doch genau betrachtet, ist der Status Quo von Frauen im Pop beschämend: Auf den deutschen Top-100-Single-Charts zwischen 2000 und 2016 sind im Schnitt nur 26 Prozent Musikerinnen, bei den Urhebern liegt ihr Anteil mit 11 Prozent noch niedriger. Ist Pop immer noch ein 'Jungs-Business'? Das spiegelt auch die Liste der "500 besten Alben aller Zeiten" des US-Magazins Rolling Stone: Die bestplatzierte Platte einer Frau ist "Blue" von Joni Mitchell auf Rang 30. Aus dem Jahre 1971! Was ist in den letzten 47 Jahren passiert? Offenbar nicht viel. Denn auch die Strukturen innerhalb der Branche – vom Techniker bis zum Manager – sind männlich. Nur sieben Prozent der Plattenfirmen-Chefs sind Frauen. Was kann Frauen in der Musikbranche stärken? Braucht Pop eine Quote?

Gast und Musik im Studio

Im Gespräch mit Jo Schück: Hartmut Dorgerloh, der neue Generalintendant des Humboldt-Forums

Namika: Que Walou
Quelle: Jive Germany

Auf der aspekte-Bühne: Namika mit "Ich will dich vermissen", Klavier: Christian Keymer

Neues vom Berliner Humboldt-Forum

Ein Blick hinter die Kulissen

Das Humboldtforum: ein Mammutprojekt, 100.000 Quadratmeter groß, vier Etagen, vier Player. Etwas Neues nie Dagewesenes entsteht, so die Kanzlerin - ein Ort für die Kulturen der Welt, dort, wo zwei verheerende Kriege ihren Ausgang nahmen. Boutros Gali, der ehemalige Uno-Generalsekretär, sagt: "Es muss eine Kultur des Friedens, der Menschenrechte vermittelt werden, des besseren Verstehens zwischen den Kulturen der Welt." Aber wie soll das hinter Preußenfassaden geschehen? Als Geburtsfehler gilt vielen der Look vom Haus: Historismus, Heile-Welt-Denken, Fassadenklitterei. Sieht ein Sinnbild für die globalisierte Welt nicht anders aus? So und ähnlich lauten die Vorwürfe. Vier Ministerien und der Bundestag reden rein, dazu diverse Stiftungen und Interessenvertreter. Alle erwarten das Superding. Eine Mammutaufgabe für den Generalintendanten Hartmut Dorgerloh - unser Gast im aspekte-Studio.

Linn Ullmann "Die Unruhigen"

Roman einer Tochter berühmter Eltern

Linn Ullmanns neuer Roman "Die Unruhigen" verarbeitet, was sie real erlebt hat: ihre Kindheit und das Aufwachsen als Tochter von Liv Ullmann und Ingmar Bergman, zwei egomanischen Arbeitstieren, die nie zusammen lebten und sich auf sehr konträre Weise für ihre Kinder interessierten. Fast schon schizophren war das Kind daher "seine" Tochter und auch "ihre" Tochter - als hätten beide kaum miteinander zu tun. Im Kern umkreist Linn Ullmann jedoch ein philosophisches Problem - zum Glück nie akademisch, sondern gut und konkret erzählt: Das Erinnern, die Fallstricke, die das Gedächtnis legt, um uns vor dem Erschrecken über eigenes monströses Verhalten zu schützen. Die Disharmonie der Perspektiven, die weißen Flecke und dramatischen Umdeutungen, die wir im Gedächtnisprozess vornehmen. Ullmann geht dabei von einer realen Situation aus: 2007 hatte sie sich, wie in jedem Sommer, gemeinsam mit Ingmar Bergman in dessen Ferienhaus auf Färo verabredet. Nur wollten Vater und Tochter diesmal ein gemeinsames Buch über den Werdegang des schwedischen Regisseurs schreiben. Doch sie beginnen zu spät, das Gedächtnis des Vaters gerät ins Schleudern, schließlich stirbt er. Und die Tochter kann nur versuchen, das gemeinsame Buch herbei zu phantasieren. Der Roman ist - wie immer bei Ullmann - sprachlich großartig, in seltsam schwirrendem Ton.

Die Bücher der Sendung

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