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aspekte vom 9. März 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 9. März 2018

U.a.: Miseria in Italien nach der Wahl: Mafia-Rechercheur Saviano ist ratlos; Demokratie in der Krise: Mehr Teilhabe der Bürger - aber wie?; 275 Jahre Leipziger Gewandhaus: Dirigent Andris Nelsons im Jubel; Live: Hannah Epperson

Beitragslänge:
45 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.08.2018, 23:00

Comeback der "Eishexe" Tonya Harding

Das Olympiadrama von 1994 im Kino

Es war ein Duell, das Sportgeschichte geschrieben hat und an das sich jeder im Alter von 40+ erinnern dürfte: Bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer treten die beiden US-Eiskunstläuferinnen Nancy Kerrigan und Tonya Harding gegeneinander an –"die Schöne und das Biest" werden die Rivalinnen genannt. Millionen weltweit sitzen vor dem Fernseher. Denn zuvor war auf Kerrigan beim Training ein Attentat mit einer Eisenstange verübt worden, das Hardings Ex-Ehemann in Auftrag gegeben hatte. Seitdem wird Tonya Harding als "Eishexe" betitelt. Der außergewöhnliche Spielfilm "I, Tonya" erzählt jetzt mit schwarzem Humor die traurige Geschichte ihres Lebens: die einer starken Frau, die trotz Missbrauch und Gewalt an die Weltspitze kam und jäh abstürzte. Tonya (Margot Robbie) - keine Eisprinzessin im herkömmlichen Sinn – kommt aus der amerikanischen Unterschicht, verfügt über eisernen Durchsetzungswillen, läuft in selbstgeschneiderten Kostümen zu Rockmusik. Trotz Asthma und einer gnadenlosen Mutter (Allison Janney - für die Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet), die sie ebenso schlägt wie ihr Ehemann, schafft sie als erste Frau das Unglaubliche: den dreifachen Axel. Doch nach Olympia 1994 wird sie lebenslang gesperrt, versucht sich erfolglos als Boxerin, Sängerin, Autohändlerin. Der Film zeigt sowohl ihre Sicht als auch die ihres Exmannes. Erst im Januar diesen Jahres räumte Tonya Harding ein, von den Attentatsplänen doch etwas gewusst zu haben.

Demokratie in der Krise

Mehr Teilhabe der Bürger - aber wie?

Eine weitere Große Koalition macht sich nach langem Hin- und Her auf den Weg – ist nun endlich wieder eine handlungsfähige Regierung in Sicht, alles friedlich im Lot im Politikbetrieb? Von wegen. Seit Jahren macht sich in der Bevölkerung zunehmend Unmut breit "Die da oben wissen ja gar nicht, wie es uns geht" heißt es immer wieder über Politiker, als ob diese einer herrschenden Klasse angehörten. Oder auch so: Politiker fragen sich zunehmend hilflos: 'warum besuchen eigentlich so wenige Menschen unsere Angebote zum "Bürgerdialog", warum ist die Stimmung so schlecht?' Die Dokumentarfilmerin Marie Wilke hat in ihrer Untersuchung über das Verhältnis zwischen Bürgern, Politikern und Medien erstaunliche Szenen eingefangen. In ihrem Film "Aggregat" zeigt sich: Alle reden von Bürgerdialog und Demokratie, und doch kommt in der Hinsicht scheinbar nichts zustande. Was läuft schief zwischen dem Souverän', dem Volk, und seinen gewählten Vertretern? Wo muss sich unser demokratisches System den Forderungen nach mehr Teilhabe anpassen? aspekte spricht mit Marie Wilke über ihr Dokumentarfilmprojekt - und fragt nach Erklärungen für die darin gezeigte Schieflage beim Elitenforscher Raj Kollmorgen.

Miseria in Italien nach der Wahl

Mafia-Rechercheur Saviano ist ratlos

Roberto Saviano: Der Clan der Kinder. Roman.
Quelle: Hanser

"Gomorrha" würde Roberto Saviano heute nicht wieder so schreiben: Sein Buchdebüt, in dem er mafiöse Strukturen und die Vernetzung der neapolitanischen Camorra mit legalen Wirtschaftsstrukturen und Politik analysiert, hat ihn seine Freiheit gekostet. Seit fast 12 Jahren lebt er unter Polizeischutz. In Hamburg stellte er jetzt "Der Clan der Kinder" vor, in dem er sein Lebensthema erstmals literarisch verarbeitet. Ein Gespräch über Baby-Gangs in Neapel, über Italien nach der Wahl - und was das eine mit dem anderen zu tun hat.

Lesung in Berlin: Roberto Saviano liest am Sonntag, 11. März 2018, um 20 Uhr im Großen Sendesaal des rbb aus seinem neuen Roman "Der Clan der Kinder".

Gast und Musik im Studio

Im Gespräch mit Jo Schück: Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos

Hannah Epperson

Auf der aspekte-Bühne: Hannah Epperson performt mit Geige, Stimme, und Loop-Pedal "40 numbers (Iris)".

Thomas Machos Selbstmord-Theorie

Ein Suizid-Kompendium als Bestseller

Thomas Macho: Das Leben nehmen - Suizid in der Moderne
Quelle: Suhrkamp

Suizid galt viele Jahrhunderte lang als Verbrechen, als Todsünde - eines der größten Tabus. Und heute? Nahezu unbemerkt hat sich so etwas wie eine radikale Umwertung des Suizids vollzogen. Er ist zum zentralen Leitmotiv der Moderne geworden, erkennt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho in seiner Untersuchung "Das Leben Nehmen": "Suizid ist ein Akt der Selbstbestimmung - ein Akt, in dem ich mein Sterben noch gestalten, darauf Einfluss nehmen kann." Der eigene Tod gilt immer häufiger als Projekt, schreibt Macho. Laut WHO töten sich weltweit jedes Jahr mehr als 800.000 Menschen, mehr als durch Kriege oder Gewalttaten ums Leben kommen. Leben wir in zunehmend suizidfaszinierten Zeiten? aspekte über die kulturhistorische Geschichte des Suizids und die Frage: Wem gehört mein Tod?

275 Jahre Leipziger Gewandhaus

Dirigent Andris Nelsons im Jubel

Andris Nelsons gilt als einer der überragenden Dirigenten unserer Tage. Er, der preisgekrönte Bass-Bariton, Trompeter und Kapellmeister, agiert bei aller Jugend - er ist 39 - bereits mit der Souveränität eines erfahrenen Orchesterleiters. Es gibt kaum einen Klangkörper oder ein Opernhaus von Rang zwischen Berlin, New York, London, Wien oder Paris, an dem er nicht mit Erfolg dirigiert hätte. In Bayreuth sorgte er mit seinem Lohengrin 2010 für Furore und 2016 dann für einen Skandal, als er den "Parsifal" absagte. Anfang Februar trat er seine neue Stelle an: als Gewandhaus-Kapellmeister in Leipzig. Es ist eines der traditionsreichsten Orchester Deutschlands. Am 11.03.1743, vor genau 275 Jahren, wurde es gegründet. Nelsons tritt damit nun in die Fußstapfen von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter. Vielfach Grund zum Feiern in Leipzig, denn auch die Oper, gleich gegenüber dem Gewandhaus, feiert ein Jubiläum. Sie gibt es seit 325 Jahren.

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