Broder: "Der Feind steht links"

Grass contra Broder: Wo fängt Antisemitismus an?

Am selben Tag, als Günter Grass sein umstrittenes Gedicht "Was gesagt werden muss" in die Welt setzte, meldete sich auch der Publizist Henryk M. Broder zu Wort. Und plötzlich nahm der "ewige Antisemit" die Züge von Günter Grass an. Zum Entsetzen des deutschen Nobelpreisträgers. Ist Broders Attacke haltlos?

Gedicht von Günter Grass
Gedicht von Günter Grass Quelle: dpa

Wo beginnt Antisemitismus und wie wird er kenntlich? "Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage", heißt Broders neues Buch "Vergesst Auschwitz" im Untertitel. Denn Henryk M. Broder hält die Erinnerungsrituale, wie sie viele Deutsche - vor allem Politiker und Meinungsmacher - betreiben, für leere Rituale.

"Es geht um das ganze Ding!"

"Man wirft am Berliner Holocaust-Mahnmal einen Kranz für die toten Juden ab und geht danach zum Essen mit dem iranischen Handels-Attaché", fasst Broder seinen Befund zusammen. Während Holocaust-Leugner eine "Mini-Winz-Minderheit" geworden seien - so Broder -, gewinne der linke Antisemitismus immer mehr an Boden und drohe zum israelfeindlichen Mainstream zu werden.


Auf die Frage, ob er ernsthaft glaube, dass der Feind links stehe, antwortet Broder mit einem klaren Ja: "Es geht nicht mehr um die Besatzung Ramallahs, Bethlehems oder Nablus' durch die Israelis, es geht um das ganze Ding!" Antisemitismus kostümiere sich heute als Antizionismus, meint Broder. Heißt: Der moderne Antisemit stellt die Existenz Israels in Frage. Tut Günter Grass das? aspekte spricht sowohl mit Henryk M. Broder als auch mit Günter Grass.

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