Chéri

Kostümfilm mit Michelle Pfeiffer

Das verschwenderische reiche Paris vor dem ersten Weltkrieg ist der Schauplatz für Stephen Frears prunkvoll ausgestatteten Kostümfilm "Chéri" im Wettbewerb der Berlinale. In der Romanverfilmung von Colette spielt Michelle Pfeiffer die alternde reiche Kurtisane Léa de Lonval, die sich luxuriös zur Ruhe gesetzt hat.

Sie beginnt eine Liebschaft mit dem Sohn ihrer ehemaligen Rivalin Madame Peloux (Kathy Bates), dem 19-jährigen Fred (Rupert Friend), den sie Chéri nennt. Ein junger, blasser Dandy, der nicht so recht weiß, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll.

Leicht manieriert

Beide sehen ihre Affäre als leichte und lustvolle Unterhaltung auf Zeit. Doch das Verhältnis hält tatsächlich sechs Jahre. Erst als der 25-jährige Chérie endlich auf Wunsch seiner Mutter ein junges Mädchen heiraten soll, wird den beiden klar, dass sie sich trennen müssen. Zu spät stellen sie fest, was sie sich wirklich bedeuten.

Die Geschichte über das merkwürdige Liebesverhältnis eines jungen Mannes zu einer älteren Frau, die ihm gleichzeitig Geliebte, Mutter und Lehrerin ist, ist leider etwas langatmig und allzu manieriert geraten. Nach "Gefährliche Liebschaften", den Regisseur Stephen Frears 1989 auf der Berlinale präsentierte, ist es schon sein zweiter Kostümfilm mit Michelle Pfeiffer. Deren welkende Schönheit ist in der Tat beeindruckend. "Chéri" sorgte mit seinen durchaus schlagfertigen und bösen Dialogen im Publikum zwar für spontane Lacher, reicht aber an die frivol-bösartigen "Gefährlichen Liebschaften" nicht heran.

Flauschig und Malvenfarben

Die Kulisse der "Belle Epoque" ist imposant hergestellt, aber dass man als Zuschauer über flauschige Teppiche und malvenfarbene Tapeten sinniert, ist sicher nicht gewollt.

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