Der Trauerimperativ

Was bewirkt das Holocaust Mahnmal? Eine Bilanz

Eine Studie enthüllt Überraschendes über den Umgang der "vierten Generation" mit dem Berliner Holocaust-Mahnmal. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat sich längst zu einem der wichtigsten Touristenmagneten Berlins gemausert.

Millionen besuchen Peter Eisenmans Stelenfeld und den unterirdischen "Ort der Information" jedes Jahr, darunter viele Schüler und Jugendliche, die keinen direkten Bezug mehr zu den Gräueltaten der Nazi-Herrschaft haben. Während ihr historisches Wissen oft große Lücken aufweist, eint sie das Wissen über den politisch korrekten Umgang mit dem Thema.

Schüler fühlen sich gegängelt

Die Berliner Sozialwissenschaftlerin Marion Klein hat die Erfahrungen der so genannten "vierten Generation" mit dem Berliner Holocaust-Mahnmal in einer umfangreichen Studie ausgewertet. Ihr Ergebnis: Viele Schüler fühlen sich gegängelt von einem gesellschaftlich verordneten Gebot der Trauer und Schuld.

Die Unfähigkeit vieler Jugendlicher, im Mahnmal die gesellschaftlich erwünschten Gefühle abzurufen, lasten viele der abstrakten Gestalt des Denkmals an. Dabei könnte gerade die ästhetisch offene Form des Stelenfelds zu einem neuen Blick auf unsere Geschichte einladen.

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