Die "Monty Pythons der Musik"

Das Wiener Ensemble Mnozil Brass

Sieben Musik-Studenten, die keinen Job finden. Sie machen sich selbstständig und werden weltberühmt, nicht von heute auf morgen, im Verlauf von nun schon 19 Jahren: Mnozil-Brass. Die Stars der freien Blechbläser-Szene.

Es begann 1992 mit ein paar Gigs bei Hochzeiten, Begräbnissen und Biobauernmärkten. Heute spielen sie in der Royal Albert Hall, im Tschaikowsky Konservatorium, im Burgtheater, geben 130 Konzerte im Jahr.

Singen, tanzen, blasen, blödeln

Fast alle Mitglieder des Septetts haben Professuren oder Lehraufträge an österreichischen Hochschulen. Was man nicht vermutet, wenn die Herren auf der Bühne ihre Show abziehen. Sie sind sich für keinen Quatsch zu schade - wenn er nur Anlass gibt zur Entfaltung ihrer musikalischen Virtuosität. Genussvoll spielen sie mit den Künstler-Klischees: Eitelkeit und Konkurrenzdenken. Wer ist der Beste? Diese Frage beflügelt sie immer verrückteren Eskapaden.

Mnozil Brass spielt für aspekte

Sie spielen nicht nur ihre Instumente mit unübertrefflicher Virtuoistät, sie spielen überhaupt, ständig - jedenfalls, wenn sie auf der Bühne stehen, das heißt: Sie ziehen ständig eine Show ab. Sind unterhaltsam - um fast jeden Preis, scheuen keine Peinlichkeit. Zwischen Kindergarten und Kintopp, Nonsens und großen Gefühlen slapsticken sie sich durchs Gelände. Vom Andachtsjodler über Bigband-Sound bis zur Neuen Musik Performance, mit atemberaubender Beweglichkeit vermischen sie Stile und Standards, singend, tanzend, blasend, blödelnd.

Das Böse im Blechbläser

Die Ironie rettet die Emotion. Wo die Klischees durch Spott zersetzt werden, kann möglicherweise ein Rest musikalischen Ausdrucks gerettet werden. Ihr neues Programm ist eine Beschäftigung mit dem Bösen. Mit dem Bösen an sich und dem Bösen im Blechbläser. Der hat in der Regel kein anderes Interesse, als alle Kollegen an die Wand zu spielen. Den ganzen Glanz der Welt in seinem Rohr zu spiegeln. Dabei geht er über Leichen.

So wie der zwielichtige Dunkelmann, der, meist in Begleitung einer Katze, in vielen James Bond-Filmen auftaucht, heißt ihre neue Show "Blofeld". Premiere war am 26. Mai bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Dort ist Mnozil Brass wieder am 17. 6., danach in Donaueschingen, in Mainz und in Trier. Wer sie verpasst, muss im Herbst nach Japan fahren. Dorthin geht ihre nächste Auslandstournee.

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