Die rote Traumfabrik

Retrospektive: Das deutsch-sowjetische "Filmstudio der Meister"

Das "Filmstudio der Meister" wurde es genannt, unter Filmkennern gilt es bis heute als Legende: die "Meshrabpom", ein deutsch-sowjetisches Filmstudio, drehte von 1923 bis 1936 über 600 Filme, darunter viele in Vergessenheit geratene Meisterwerke. Was zunächst als internationale Hungerhilfe für die junge Sowjetunion begann, mauserte sich bald zum roten Medienkonzern.

Kulisse des Films "Dom na Trubnoi"
Kulisse des Films "Dom na Trubnoi" Quelle: ,Berlinale/Coll. Cinémathèque Suisse

Die Genossen hatten den Film als durchschlagendes Propagandamittel entdeckt und exportierten ihre Kassenschlager erfolgreich in die ganze Welt.

Abenteuer, fremde Welten, Liebe

Dabei setzten die Studios in Moskau nicht allein auf Revolutionsdramen à la Eisenstein. Die rote Traumfabrik hatte schon früh erkannt: Auch Proletarier wollen träumen, von Abenteuern, fremden Welten und der Liebe.

In der "Meshrabpom", das deutsch-sowjetisches Filmstudio heute
Stummfilmkino "Delphi Quelle: ,ZDF,Tom Anblank

Mit den Filmträumen von der Weltrevolution war es allerdings schon bald wieder vorbei: 1933 enteignete die SA den Berliner Vertrieb "Prometheus", drei Jahre später mussten auch die Moskauer Studios auf Befehl Stalins endgültig schließen. Geblieben sind eine ganze Reihe aufregender Filme, die in der Retrospektive der Berlinale wiederentdeckt werden können.

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