Eine Jahrhundertliebe

Liz Taylors und Richard Burtons Leidenschaft in Briefen

Ist das wirklich die Liebesgeschichte des Jahrhunderts? Richard Burton und Elizabeth Taylor - er der gefeierte Shakespeare-Schauspieler aus einer walisischen Bergarbeiterfamilie, sie der Filmstar aus britisch-amerikanischer Upperclass.

Liz Taylor und Richard Burton, 1973
Liz Taylor und Richard Burton, 1973 Quelle: ap

Er liest gerne, sie flucht und liebt es theatralisch. Beide noch verheiratet, sind sie das Skandalpaar der 60er Jahre: von der Presse umlagert, vom Vatikan für ihr "erotisches Vagabundieren" kritisiert. Burtons Liebesbriefe von damals können wir jetzt zum ersten Mal auf Deutsch lesen.

"Dein walisischer Hengst"

Als Elizabeth Taylor "Cleopatra" spielt, ist sie 29 Jahre alt, ein Mal verwitwet, zum vierten Mal verheiratet - mit Eddie Fischer - und hat drei Kinder. Richard Burton soll die Filmdiva am Set ein "hübsches Mädchen" genannt haben. Das muss sie gereizt haben. Aus Gespieltem ist dann wohl echtes Schmachten geworden - es heißt, sie küssten sich länger, als es der Regisseur brauchte.

Burton aber schreibt Briefe: "Ich bin verrückt nach Deinem Geruch und Deinen Brüsten, Deinem göttlichen kleinen Schlitz (...) & dem leicht feindseligen Blick, wenn Du scharf bist auf Deinen kleinen walisischen Hengst ..." Richards Liebesbriefe sind jetzt zu lesen in "Furious Love, die Liebesgeschichte des Jahrhunderts". Wir treffen die Autoren Nancy Schoenberger und ihren Mann Sam Kashner von Vanity Fair. Sie konnten Taylor kurz vor ihrem Tod überreden, ihnen die Briefe zu zeigen. "Elisabeth war entsetzt, als wir ihr klar machten, dass junge Leute heute eher an Tim Burton als an Richard Burton denken, dass Richard in Vergessenheit gerät", sagt Sam Kashner. "Da hat sie sich uns geöffnet."

Sie schwammen in Geld

Drama pur war das damals: Als Burton sich nicht traut, seine Frau zu verlassen, schluckt Taylor Tabletten. Gerade gerettet, versucht sie noch mal, sich umzubringen. Das muss Eindruck bei Burton gemacht haben: Jetzt verlässt er Frau und Töchter. Es war die Zeit, in der Anzüglichkeiten und Alkoholexzesse mondän waren, Langeweile aber tödlich. Sie heiraten, werden das erfolgreichste Filmpaar Hollywoods. Sie ist die erste, die Millionen-Gagen bekommt. Er zieht später gleich. Das Paar schwimmt in Geld. Mit ihrer gemeinsamen Produktionsfirma verdienen sie Abermillionen und geben die auch gleich wieder aus - für Schmuck, Kleidung, Jachten. "Sie waren extrem clever darin, ihre Filme zu vermarkten und die Filme wurden dadurch interessant - elf Filme von lächerlich bis großartig, die immer auch ihr Leben widerspiegeln", so Sam Kashner.

Burton hat Höhenangst, er ist auch Bluter und Epileptiker. Taylor bringt ihn dazu, darüber zu sprechen und dazu zu stehen. Viel Liebe und viel Streit: "Unsere Streits sind herrliche Schreiwettkämpfe und Richard geht dabei hoch wie eine kleine Atombombe." Zur Versöhnung ersteigerte Elizabeth dann schon mal einen Van Gogh bei Sotheby's. Er nennt sie seine "kleine jüdische Schlampe" - sie ihn schlicht "Kratergesicht".

Leben wird Filmstoff

Tabletten- und Alkoholsucht, Dauerstreit - das Paar schafft es nicht. Nach zehn Jahren lassen sie sich scheiden. Um ein Jahr später in Afrika wieder zu heiraten und sich wieder zu trennen. Burton kommt nicht vom Alkohol weg. Er stirbt mit 58 Jahren. Taylor besucht seine Familie in Wales. Da ist ein letzter Brief unterwegs zu Elisabeth: Darin bittet er sie zurückzukommen.

Das Leben wird Filmstoff. Martin Scorsesee wird ihn verfilmen. Man selbst ist fühlt sich nach dem Buch reif für die Entzugsklinik und sehr erschöpft, vor allem aber ernüchtert, dass eine solche Liebe wohl nur im vergangenen Jahrhundert möglich war.

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