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Einmischen oder raushalten – soll Kultur politisch sein?

aspekte am 17. September 2021 - mit Jo Schück

Pop und Politik - Wenn Musiker Stellung beziehen; Kunst im Deutschen Bundestag - Die Sammlung des Parlaments; Die Nazis, ihre Kunst und wir - Eine verhängnisvolle Affäre; Politik als Schauspiel - Alles nur Theater?; Musik: Danger Dan

42 min
42 min
17.09.2021
17.09.2021
UT
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.09.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Pop und Politik

Wenn Musiker Stellung beziehen

Gerne nutzen Politiker*innen im Wahlkampf Popsongs mit griffigen Refrain-Zeilen – oft ist das den Musiker*innen gar nicht so recht, wenn zum Beispiel ein Donald Trump zu "Born in the USA" einmarschiert. Im dümmsten Fall klagen die Betroffenen und das ganze Pathos und die Ranschmeiße an ein junges Publikum sind beim Teufel. Und dann gibt es da noch die Künstler*innen, die offen Werbung für eine politische Richtung oder Partei machen. Jo Schück spricht mit den Musikern Henning May, Sebastian Krumbiegel, Leslie Mandoki und der Sängerin Balbina über ihre politischen Einstellungen und warum für sie als Kunstschaffende Haltung und Engagement wichtig sind.

Kulturnation Deutschland

Alles nur ein Mythos?

Im Grunde ist das komplizierte Verhältnis von Kultur und Politik ein landwirtschaftliches Problem - genauer gesagt, eine Frage der Bodenverhältnisse. Das feine Wort Kultur stammt bekanntlich vom lateinischen "cultura": Anbau, Pflege, Ackerbau. Wobei ein Agrarstaat nicht notwendigerweise eine Kulturnation ist. Während die Politik sich benimmt, als gehöre ihr der Acker, sorgt die Kultur dafür, dass etwas darauf wächst. Taucht man in die deutsche Vergangenheit ein, wird es allerdings etwas komplizierter ... Eine Betrachtung des Mythos 'Kulturnation', der im politischen Alltag oft nur leere Hülle bleibt.

Kunst im Deutschen Bundestag

Die Sammlung des Parlaments

Das Reichstagsgebäude birgt nicht nur deutsche Geschichte, sondern auch eine beachtliche Kunstsammlung. Jo Schück wirft einen Blick hinter die Kulissen der bundeseigenen Kulturschätze in der Sammlung des Parlaments. Bei einem Rundgang durch den Reichstag spricht er mit Vize-Hausherrin Claudia Roth über die Verbindung von Kunst, Politik und Vergangenheit. Claudia Roth ist Mitglied des Kunstbeirats. Dort wird über Neuanschaffungen beraten und abgestimmt - der Kunstsammlungs-Etat des Deutschen Bundestags beträgt rund eine Million Euro pro Legislatur. Die Ahnengalerie gleich nebenan im Kanzleramt präsentiert sich - bisher - als reine Männerdomäne. Nun rückt Angela Merkel nach. Doch warum eigentlich als Gemälde? Warum nicht viel radikaler denken?

Im Gespräch

Jo Schück und Herfried Münkler
Jo Schück und Herfried Münkler
Quelle: ZDF/Jula Hoepfner

Schriftstellerin und Journalistin Jenny Zylka und Politikwissenschaftler Herfried Münkler.

Die Nazis, ihre Kunst und wir

Eine verhängnisvolle Affäre

Nazis. Wohin man auch blickt: Nazis. In Stein und in Bronze, als Reliefs und als Wandgemälde, an Postämtern und Versicherungskonzernen, an Mahnmalen und Gedenkstätten, im Hofbräuhaus und im Fußballstadion. Die (west-)deutschen Innenstädte, das macht die verdienstvolle Ausstellung "Die Liste der Gottbegnadeten. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik" klar, sind bis heute mit Arbeiten von Künstlern geschmückt, die schon unter den Nazis ihrer Profession nachgingen. Denn die blieben - mit leichten stilistischen Anpassungen an den Zeitgeschmack - auch nach 1945 gut im Geschäft. Nicht selten öffentlich gefördert. Der Bildhauer Richard Scheibe etwa, der 1953 das Ehrenmal der Opfer des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock schuf, schwang noch kurz vor Kriegsende Durchhalteparolen und wusste Adolf Hitler unter seinen Käufern. Alljährlich gedenkt man vor seiner Bronzeplastik der Hinrichtung Stauffenbergs. Auch das ist deutsche Gedenkkultur. Eine Stunde Null, das zeigt die aktuelle Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin, hat es auch in der Kultur nicht gegeben. Aber was man mit der ganzen Nazi- und Post-Nazi-Kunst in den deutschen Innenstädten nun anstellen soll, das sagt die Ausstellung nicht. Man könnte ja mal drüber nachdenken.

Musik

aspekte-Moderator Jo Schück und Rapper Danger Dan
Quelle: ZDF/Jula Hoepfner

Rapper Danger Dan mit "Alles von der Kunstfreiheit gedeckt"

Politik als Schauspiel

Alles nur Theater?

Schon lange werden in der Politik Theatervokabeln benutzt. So spricht man beispielsweise von der "politischen Bühne", von den "Fassaden der Macht", vom "politischen Sommertheater" oder der "Politposse". Alles nur luftige Metaphern – oder gibt es eine Analogie, die weiter trägt? Eine Woche vor der Bundestagswahl untersucht aspekte das politische Leben in Deutschland auf seine Theaterqualitäten.

Stab

  • Moderation - Jo Schück
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