El Premio

Ein autobiografischer Film zur argentinischen Militärdiktatur

Laut krachend rollen die riesigen Wellen des Ozeans an den Strand. Der Regen prasselt auf den grauen Sand, der Wind pfeift durch die Dünen. Die Fensterscheiben der kleinen Betonhütte, die ganz nahe am Wasser steht, sind zerbrochen. Plastikplanen schützen die Bewohner im Inneren nur dürftig. Hier lebt die siebenjährige Cecilia - Ceci - gemeinsam mit ihrer Mutter.

Verfolgt von der argentinischen Armee in Zeiten der Militärjunta, haben sie keinen Kontakt mehr zum Vater und wissen nicht, ob er überhaupt noch lebt. Die Cousine ist schon lange tot. Immer zur Flucht bereit, muss der Hausstand der beiden in einen Koffer passen. Ceci darf von all dem in der Schule aber nichts verraten. Ihr Vater arbeitet und ihre Mutter ist Hausfrau, so lautet ihre Standardantwort. Unabhängig von der Frage, die gestellt wird.

Unterdrückung auch im Privaten

Ceci verbringt ihre Nachmittage gemeinsam mit einer Schulfreundin am Strand. Sie lassen sich die Dünen hinunter rollen oder starren einfach nur den vorbeiziehenden Wolken hinterher. Viel mehr geschieht eine Stunde lang nicht. Die Welt von Ceci ist klein und überschaubar. Die Militärjunta, Ursache für die Situation von Mutter und Tochter, wird nur am Rande erwähnt.

115 Minuten lang ist der Film von Paula Markovitch, die hier eigene Erinnerungen verarbeitet. Irgendwann soll Ceci in der Schule einen Aufsatz über das Militär schreiben. Dass da nichts Positives auf ihrem Blatt stehen wird, ist vorhersehbar. Cecis Mutter schafft es, das Problem gemeinsam mit der Klassenlehrerin zu lösen. Ceci schreibt einen neuen Aufsatz. Aber dass das Mädchen für den dann auch noch einen Preis bekommen soll, geht der Mutter zu weit. Ihre Tochter soll den Preis nicht annehmen.

Kampf zwischen Mutter und Tochter

Ceci, gespielt von Paula Galinelli Hertzog, schafft es mit störrischem Blick und eiserner Miene, dem Zuschauer zu vermitteln, dass sie sich dem Willen ihrer Mutter nicht unterordnen will. Sie lechzt nach Anerkennung, nach einer Ablenkung von ihrem so traurigen Alltag. Zwischen den beiden, die eigentlich so sehr aufeinander angewiesen sind, entsteht ein Kampf, den beide nur verlieren können.

Sowohl Ceci als auch ihre Mutter schaffen es, dem Publikum die Aussichtslosigkeit der Situation zu vermitteln, in die diese beiden widerspenstigen, starken Persönlichkeiten geraten sind, und die Wut zu zeigen, die in ihnen schlummert. Aber allein diese Szenen schaffen es leider nicht, den gesamten Film zu tragen und die scheinbar endlosen Minuten, in denen nichts passiert, zu kompensieren.

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