Für Miriam

Liaison von Trauer und Schuld

Es ist ein kurzer Moment, der das Leben der Lehrerin Karen verändert: Bei einem Verkehrsunfall, in den sie verwickelt ist, stirbt ein junges Mädchen. Karen ist unschuldig - und fühlt sich trotzdem schuldig. Während ihr Umfeld "Das Leben geht weiter" - Parolen ausgibt, ihr Lebensgefährte den Kauf eines gemeinsamen Hauses plant und sie die Eltern der Toten zum Kaffeetrinken einladen, zieht sich Karen immer mehr zurück.

Szene aus "Für Miriam" - Berlinale-Sektion "Perspektive Deutsches Kino"
Szene aus "Für Miriam" - Berlinale-Sektion "Perspektive Deutsches Kino" Quelle: Berlinale

Einzig von Lukas, dem Bruder der Toten und Schüler ihrer Klasse (dem Einzigen, der sie für schuldig hält), fühlt sie sich verstanden - und lässt sich auf eine Beziehung mit ihm ein, die zwischen Nähe und Distanz, Zärtlichkeit und Gewalt changiert.

Schleichende Handlung

Ein Film mit teils sehr poetischen Bildern: Immer wieder taucht Wasser als metaphorisches Element auf, einzelne sehr schöne Szenen, immer wieder Spannung zwischen Zärtlichkeit und Verletzung, die die Beziehung zwischen Karen und Lukas bestimmt. Aus Sicht des Zuschauers schleicht die Handlung allerdings oftmals nur langsam voran. Nicht immer bleiben die Personen und ihre Handlungen schlüssig. Fazit: Ein gut gemachter Film, aber keiner, den Anzuschauen Spaß macht.

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