Sie sind hier:

Zusammen ist man weniger allein

Wie viel Gemeinschaft brauchen wir? aspekte am 29. Oktober 2021.

U.a.: Theater für Alle - mit dem Traumschüff gegen den Strom; Die Sehnsucht nach dem Wir - die Kommune auf dem Monte Veritá; Das neue Kulturquartier an der Isar – vielstimmig und vielsaitig; Politökonomin Maja Göpel im Gespräch

Videolänge:
44 min
Datum:
29.10.2021
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.10.2022

Theater für Alle

Mit dem Traumschüff gegen den Strom

Während der Sommermonate leben und arbeiten sie zusammen. Auf einem Schiff – einem schwimmenden Wandertheater. Seit 2012 schippert das außergewöhnliche Theaterkollektiv "Traumschüff" über die Flüsse und Seen Brandenburgs. Unterwegs sind sie mit "Genossin Rosi", so der Name ihres Kahns, eine Bühne, die 12 x 4,50 Meter groß ist und nach den Theatervorstellungen wieder zum Wohnraum für die Künstler wird. Designstudent*innen haben den Katamaran entworfen. Seit vier Jahren fährt die Truppe aus Schauspieler*innen, Musiker*innen, Autor*innen und Theater-Fans Orte an, an denen es keine oder kaum Kultur gibt. Sie erzählen die Geschichten, die Menschen bewegen, sammeln sie - und diese werden dann zu Geschichten auf ihrer Bühne. Die Idee zu dem Projekt hatte David Schellenberg, Anfang 30, zusammen mit seiner Frau Nikola, die die Stücke schreibt. Mit seinem "Theater im Werk" eröffnet die Truppe Ende Oktober ihr Winterquartier im Oranienwerk in Oranienburg.

Die Sehnsucht nach dem Wir

Die Kommune auf dem Monte Veritá

Auf der Suche nach einer neuen Form des Zusammenlebens gründen Anfang des 20. Jahrhunderts bekannte Intellektuelle und Künstler*innen die erste Wohngemeinschaft auf dem Schweizer Berg Monte Veritá, oberhalb des Lago Maggiore. Naturerleben, vegane Ernährung, Purismus, gleichgeschlechtliche Liebe, Befreiung der Frauen aus dem engen Korsett der Bürgerlichkeit - Ideen und Themen, die heute so aktuell sind wie sie damals revolutionär waren. Ida Hofmann, begründete ein Sanatorium, mit Unterstützung des Arztes Otto Gross, ein Schüler Freuds, später C.G. Jungs. Hermann Hesse, Erich Mühsam, Isodora Duncan, Lotte Hattemer - viele Männer und Frauen versuchten, dort die Utopie zu leben. Diese Vision kann auch der heutigen Gesellschaft noch sehr viel an Inspiration für das Zusammenleben, die Gemeinschaft, erzählen, meint der schweizerische Regisseur Stefan Jäger. Deshalb erzählt er in dem Spielfilm "Monte Verità – Der Rausch der Freiheit" von deren Anfängen ab 1906 - nahe an der Realität. Nur die weibliche Hauptrolle Hanna Leitner, Wiener Ehefrau, Mutter zweier Töchter, die ihrem bürgerlichen inneren Gefängnis zu entfliehen versucht und dort Heilung von ihrem Asthmaleiden sucht, ist fiktiv. Wie ist es der überwiegend weiblich besetzten Crew gelungen, diesen Geist des 'Berges der Wahrheit' einzufangen? Wie wichtig sind uns heute Vision und Utopie eines neuen, anderen Zusammenlebens?

Das neue Kulturquartier an der Isar

Vielstimmig und vielsaitig

Die Isarphilharmonie wird Interimsquartier für Europas größtes Kulturzentrum. Eröffnung war am 8. Oktober, jetzt folgt eine Eröffnungsstaffel über sechs Monate. Das 'HP8' soll ein cooler Ort werden, in einer alten, ehemaligen Trafohalle - ein Industriedenkmal aus Backstein, 30 Meter hoch. In den nächsten Jahren beheimatet das Areal die Stadtbibliothek, einen Hauptstandort der Volkshochschule sowie einen Teil der Hochschule für Musik und Theater. Neben den Philharmonikern wird auch das Münchener Kammerorchester dort Platz finden, als neue Institution im zukünftigen Gasteig. In der direkten Nachbarschaft befinden sich zudem Ateliers, Arbeitsplätze von Kreativen, Werkstätten und Übungsräume. Ersonnen hat diese Lösung das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner, das auch die anderen 'HP8'-Neu- und Umbauten verantwortet. Wie schafft man Begegnungsräume für Menschen – und wie verändert sich dadurch das Stadtviertel?

Im Gespräch

Die Ökonomin Maja Göpel im Gespräch mit Jo Schück
Maja Göpel und Jo Schück
Quelle: ZDF/Jula Hoepfner

Die Welt neu denken - die Politökonomin Maja Göpel im Gespräch mit Jo Schück

500 Jahre Fuggerei

Die älteste Sozialsiedlung der Welt

Die Fuggerei in Augsburg ist älteste Sozialsiedlung der Welt. Seit genau 500 Jahren gibt es sie. Jakob Fugger hatte das im Sinn, was man heute als 'Hilfe zur Selbsthilfe' bezeichnet. Wer seinerzeit zum Almosenempfänger geworden war, verlor seine Bürgerrechte und kam selten wieder auf die Füße. Erst recht, wenn noch Kinder zu versorgen waren. Bis heute leben dort Menschen, die arm und katholisch sind, gute gesellschaftliche Reputation haben - für 88 Cent im Jahr und täglich drei Gebete. Das ist nie verändert worden. Was kann man heute daraus lernen? Noel, 19 Jahre alt und Sohn eines Afrikaners und einer Augsburgerin, sagt: "Für viele ist die Fuggerei zur letzten Station geworden. Für mich war sie erst der Anfang. Die Fuggerei war mein Sprungbrett." Bis heute bilden die 67 Häuser mit insgesamt 140 Wohnungen eine gut funktionierende Sozialsiedlung. Und die bietet auch Anregungen für die Zukunft. Ein großartiges Beispiel für Humanität, Mitmenschlichkeit und Stiftertum.

Zusammenklang in der Gesellschaft

Die Lust am Singen

Chorsingen schafft Gemeinschaft, bringt Menschen zusammen, die sonst wenig Berührungspunkte hätten. Für viele entsteht so ein Gefühl von Familie. Man schätzt, dass sich in Deutschland ungefähr vier Millionen Menschen in einem der rund 55.000 Chöre engagieren. In Neuruppin gibt es den 'A-Cappella Chor' seit genau 50 Jahren. Er ist kulturelles Aushängeschild für den Ort und hat schon mehrfach erfolgreich am Deutschen Chorwettbewerb teilgenommen. Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten singen und proben hier zusammen, geben zwei Mal im Jahr Konzerte. Die Mitglieder sind zwischen 18 und 72 Jahre alt. Singen verbindet sie alle. Doch die letzten anderthalb Jahre haben dem Chor schwer zu schaffen gemacht. Während der Pandemie galt Singen als lebensgefährlich. Gemeinsames Singen wurden verboten, alle Proben und Konzerte abgesagt. Dem 'Jungen Ensemble' in Berlin ging es nicht anders. Hier sind die Chorsänger*innen zwischen 18 und 40 Jahre alt. Eigentlich singen 100 junge Leute hier zusammen. Doch auch diesen Chor hat die Pandemie bedroht. Wie hält man so eine Gemeinschaft in Krisenzeiten zusammen – und was bringt sie für unsere Gesellschaft?

Stab

  • Moderation - Jo Schück
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.