Gigante

Eine scheue, minimalistische Romanze

Jara (Horacio Camandulle) ist wirklich kein strahlender Filmheld und doch hat er die Berlinale-Zuschauer gerührt. Der 35-jährige Riese ist schüchtern, einsam, übergewichtig und hört ständig Heavy Metal.

Seine bullige Kraft setzt er am Wochenende als Türsteher einer Disco ein. Sonst sitzt er in einem Supermarkt vor den Monitoren der Überwachungskameras. Eine triste Existenz - bis ihm auf den Bildschirmen die junge Putzfrau Julia auffällt. Er verliebt sich in sie, traut sich aber nicht, sie anzusprechen.

Leben der kleinen Leute

Jara beobachtet sie, stellt ihr auch nach Dienstschluss nach. Er wird zu Julias geheimem Beschützer. Allmählich richtet er sein ganzes Leben auf ihren Tagesablauf aus - folgt ihr wie ein stummer Schatten ins Kino, zum Strand, zum Dating. Erst als Julia (Leonor Svarcas) gefeuert wird, kann Jara sich überwinden ...


Der argentinische Regisseur Adrián Biniez setzt auf Langsamkeit, Geduld und humorvolle Details. "Gigante" ist eine scheue, minimalistische Romanze aus dem Leben der kleinen Leute in Montevideo. Doch die Monotonie ist nie langweilig, Biniez' Blick ist durchaus liebevoll. Es geschieht kaum etwas, doch das Wenige ist stets ein kleines Ereignis. Hauptdarsteller Horacio Camandulle gewinnt die Zuschauer in jeder Szene mehr - am Schluss gab's viel Applaus.

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