"Goethe!" - Popstar seiner Zeit

Leben und Liebe des Sturm-und-Drang-Genies im Kino

Goethe, Deutschlands berühmtester Dichter - das Kino hat bisher zwar seine Stoffe verfilmt, um ihn selbst aber einen Bogen gemacht. Dabei gibt es kaum einen geeigneteren Leinwandhelden.

Er konnte alles, sah gut aus, hatte ein abwechslungsreiches Liebesleben - eine überkomplexe Persönlichkeit. Vielleicht ist gerade das das Problem: Wie soll man der gerecht werden? Welcher Schauspieler könnte Goethe spielen, welcher Regisseur ihn inszenieren?

Verbindung von Dichtung und Wahrheit

Regisseur Philipp Stölzl, der es schon mit Madonna und Rammstein aufgenommen hat, bringt den deutschen Dichterfürsten jetzt auf die Leinwand. Der 29-jährige Alexander Fehling spielt Goethe. Damit ist klar: Es geht hier nicht um den Altmeister, sondern um das Sturm-und-Drang-Genie. Stölzl und Fehling versuchen eine Verbindung von Dichtung und Wahrheit, in dem sie Goethes Jugend mit den "Leiden des jungen Werthers" vermischen. Das liegt nahe, denn "Werther" ist Goethes persönlichster Text, deutlich biografisch unterfüttert.

Goethe-Darsteller Alexander Fehling im Interview

Der Film gibt sich historisch, gedreht wurde vor allem in der Altstadt von Görlitz, die Schauspieler tragen Rokoko-Kostüme, es wird viel geritten, gesoffen und mit Pistolen gespielt. Trotzdem ist der Film nicht verstaubt. Das liegt vor allem an den Schauspielern: Alexander Fehling als Goethe, Miriam Stein als Charlotte Buff, Henry Hübchen als Goethes Vater. Sie spielen direkt, spontan, frech. Wenn es peinlich, pathetisch werden könnte, agieren sie eher cool, lassen Verlegenheiten zu - suchen sie sogar, um sie mit Witz zu entschärfen.

Der Preis der Popularität

So gewinnt der Film Leichtigkeit. Die letzten Bilder zeigen Goethe als Popstar: Er steigt, umringt von Fans, aus der Kutsche und signiert den "Werther". Aber es ist kein Happy End, denn die Voraussetzung für den literarischen Erfolg war die gescheiterte Liebe. Alles hat seinen Preis!

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