Gutes Tun an bösen Männern

"Der Name der Leute" im Kino

Für Francois Truffaut bedeutete Kino, dass schöne Frauen schöne Dinge tun. Der französische Regisseur Michel Leclerc fügt dieser cineastischen Auffassung nun mit "Der Name der Leute" noch einen Halbsatz hinzu. Sein Film dreht sich um eine schöne Frau, die schöne Dinge mit bösen Männern tut.

Nach dem Motto "Make love, not war" schläft Bahia Benmahmoud (Sara Forestier) mit rechtsgesinnten Männern. Ihre Hoffnung: Sie möchte die Kerle dadurch von ihrer politischen Meinung befreien. Als Bahia dem bedächtigen Ornithologen Arthur Martin begegnet, ahnt sie allerdings nicht, dass dieser bereits bekennender Sozialist ist und seine Vorfahren von den Nazis verfolgt wurden.

Absurd-intelligent

"Der Name der Leute" - in einer cleveren Parallelmontage erzählt Regisseur Leclerc sowohl Arthurs als auch Bahias Familiengeschichte. Bei diesem Konstrukt mischt sich merklich der Stil des Altmeisters absurd-intelligenter Komödien ein: Woody Allen. Keineswegs nur "abgeguckt" fügt Leclerc dem Genre der Liebeskomödie eine neue Facette hinzu - wie er auch dem Sozialdramas etwas Leichtigkeit verleiht.

"Der Name der Leute" spielt genüsslich mit gesellschaftlichen Klischeebildern: Bahias Mutter lebt ihren Sponti-Geist aus, indem sie versucht, Franzosen zu Scheinheiraten mit Immigranten zu überreden. Ihr Mann, ein algerischer Arbeiter, verarbeitet unterdessen sein Heimweh in der Besenkammer - malt Ölbilder. In der bürgerlichen Welt Arthurs tritt dessen Vater auf, ein Mann, den selbst der eigene Sohn sich nur als technikverliebten Rentner vorstellen will, während seine Mutter plötzlich beginnt, von ihrer eigentümlichen Rettung vor den Nazis zu erzählen. Ihrem Sohn wiederum gab sie bewusst einen nicht-jüdischen Namen, um ihn vor zukünftigen Verfolgungen zu schützen.

Einwandererthematik - mit Humor

Das Drehbuch schrieb das Ehepaar Michel Leclerc und Baya Kasmi gemeinsam. Sie interessieren auf amüsante Weise für die Probleme der zweiten Einwanderergeneration in Frankreich und das dortige omnipräsente Problem der Fremdenfeindlichkeit.

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