Happy Tears

Familiendrama von Mitchell Lichtenstein mit Psycho-Einlagen

Die Schwestern Laura (Demi Moore) und Jayne (Parker Posey) kehren in ihr Elternhaus zurück, um ihren alten, demenzkranken Vater Joe (Rip Torn) zu pflegen. Laura, verheiratet, drei Kinder, geht mit der Situation nüchtern und pragmatisch um. Ihre Schwester hat aber ihre Probleme mit der Pflege ihres Vaters. Das aspekte-Urteil: Über die Konflikte kann man weder lachen noch weinen

Filmszene: Demi Moore und Parker Posey
Filmszene: Demi Moore und Parker Posey Quelle: Berlinale

So nervös-überdreht wie Jayne kommt der gesamte Film daher. Die fällt fast in Ohnmacht, als sie ihren kotverschmierten Vater duschen soll. Privat steht es bei ihr nicht zum Besten. Jayne ist mit dem Sohn eines berühmten Künstlers verheiratet, der zwar steinreich ist, aber unter massiven Minderwertigkeitskomplexen leidet und selbst künstlerisch nichts zustande bringt. Sollte das womöglich eine autobiografische Anspielung von Regisseur Mitchell Lichtenstein sein, des Sohns von Pop Art-Künstler Roy Lichtenstein?

Nervige Neurosen

Natürlich hat Jaynes Weigerung, sich den Realitäten zu stellen, ihre Wurzeln in der Vergangenheit. Laura eröffnet ihr, dass Vater Joe - Schock! - die verstorbene Mutter jahrzehntelang betrogen hat. Und natürlich wenden sich die Dinge zum Guten, nachdem alle Wahrheiten aufgedeckt sind.

"Happy Tears" hat schöne Momente, Demi Moore und besonders Rip Torn überzeugen, aber Parker Poseys hyperamerikanische, neurotische Darstellung der Jayne nervt irgendwann. Und Ellen Barkin - mit botox-verunstaltetem Gesicht - als heruntergekommene Geliebte macht einfach nur traurig.

Angestrengtes Psychologisieren

Der Film kann sich nicht zwischen Familiendrama mit poppigen Psycho-Einlagen und Satire entscheiden. Er nimmt er seine Charaktere nicht ernst - der Zuschauer daher auch nicht. Schade, dass amerikanische Filme - wenn sie nicht Mainstream sein wollen - häufig angestrengt psychologisieren. Über die Konflikte in "Happy Tears" kann man weder lachen noch weinen - unser Urteil: annehmbar bis uninteressant.

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