Hommage an das Pferd

André Hellers neues Spektakel "Magnifico"

Ab 8. Februar tourt der österreichische Allround-Impresario André Heller mit seiner neuen Show "Magnifico" durch Deutschland - mit andalusischen Reitern, chinesischen Akrobaten und amerikanischen Tänzern. Zum ersten Mal wagt er sich damit auf ein für ihn neues Terrain: die Pferde-Künste.

"Magnifico" ist Hellers mittlerweile 30. Show. Doch die Pferde sind zwischen Quallen und Rochen kaum auszumachen. Vielleicht ist es nicht ganz das, was Pferdeliebhaber unter einer Pferde-Show verstehen. Immerhin: Es gibt Seepferde.

Bizarre, ironische Bilder

Kommen bei Heller vielleicht Pferde nur als Marionette vor? Oder wird selbst das reale Pferd bei ihm zur Marionette? "Es gibt kein Pferd, das am Rücken Feuer hat, und es gibt kein schwimmendes Pferd - das taucht und wieder auftaucht", sagt Heller dazu im Interview. "Ich lasse auch kein Pferd über die Zuschauer fliegen. Es ist eine sehr hellerische, surreale, verquere, kaleidoskopisch angelegt Unternehmung - bei der alle paar Minuten ein neuer Stil ausbricht."

Man könnte diese Unternehmung wohl ein "Trojanisches Pferd" nennen, denn Heller holt mit Licht- und Musikeffekten, Kulissen und Kostümen die alte Kunst des Reitens zurück ins Rampenlicht. Und plötzlich schaut man fasziniert auf ein Tier, für das sich die meisten nur in Kindertagen interessierten. Für seine Inszenierung hat der Perfektionist Heller Licht- und Bühnenspezialisten angeheuert, die schon für die großen Shows von Michael Jackson und Madonna gearbeitet haben. Vor allem der Pferde-Mythologie gewinnt Heller ebenso bizarre wie ironische Bilder ab. Von Pegasus etwa: Sein Hufschlag - so glaubten die alten Griechen - brachte die Kreativität in die Welt.

"Logik der Unlogik"

Und damit die Kunst und die Künstler. Einen wie Salvador Dalí zum Beispiel, mit dem André Heller befreundet war. Dalí ließ auf seinen Bildern immer mal wieder pferdeköpfige Weibsbilder auftauchen - Sinnbilder für Liebe und Eifersucht. Heller macht sich jetzt den Spaß, den Geschlechterkampf in die Manege zu verlegen. "Die Surrealisten und die Dadaisten haben in ihren Manifesten immer diese Art von Spektakel gefordert", sagt er. "Unlogik - oder Logik der Unlogik. Die hatten nie die Produktionsmittel, so etwas zu verwirklichen und ich habe schon in den 70ern gedacht: 'Mach das - diese Kreuzung aus Theater, Oper, Zirkus, Varieté und Gaukelei. Und gib dem eine Ernsthaftigkeit, die aber sehr komisch sein kann.'"

Staunen-Machen war immer Hellers Ziel. Vor 25 Jahren bereitete er mit seinem Circus Roncalli der Erneuerung der Manege den Weg, vor fünf Jahren entfesselte er mit "Africa, Africa" ein akrobatisches Feuerwerk. Diesmal setzt er auf subtilere, poetischere Töne - und entwickelt daraus eine Wucht der Ästhetik.

Tournee durch Deutschland

Jetzt sei es an der Zeit, sagt Heller, allmählich Abschied von der Manege zu nehmen: "Ich muss die 25 Jahre, die mir vielleicht noch bleiben - meine Mutter ist 97, das ermutigt ein bisschen - nutzen, um Expeditionen in Gebiete zu machen, die ich noch nicht kenne. Viele Shows werden nicht mehr kommen." "Magnifico" könnte seine letzte - und wie er hofft - eindringlichste Show sein. sein "Bekenntnis zur Schönheit".

In zwei Wochen geht "Magnifico" auf Tournee durch Deutschland - mit Tänzern aus New York, Akrobaten aus China und Reitern aus Andalusien. Mit seinen 35 Pferden, sagt André Heller, sei er immer noch "per Sie". Aber die Show fängt ja auch erst an.

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