aspekte als Kunstwerk - am 16.9.2016

Aktionskünstler John Bock macht aspekte zu Kunst

Kultur | aspekte - aspekte als Kunstwerk - am 16.9.2016

Ein Ausnahmekünstler als Parasit in der Fernsehwelt: John Bock spricht mit aspekte-Autor Peter Schiering über seine Kunst und das Projekt "aspekte als Kunstwerk".

Beitragslänge:
40 min
Datum:
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Zusammen mit den Schauspielern Lars Eidinger und Lisa Müller-Trede inszeniert John Bock auf die ihm eigene Weise ein dadaistisches Panoptikum. Die Moderatoren Katty Salié und Jo Schück werden ebenso eingebunden wie das Publikum im Studio.

"Einer muss es tun"

Die Kunst des John Bock
Wenn einer seine eigene Sprache erfindet, Wörter wie "Isoschizo", "Kleinodtotsod", oder "Zinszitzen" benutzt und Objekte zusammenbringt wie Melkmaschinen und aus Koffern gebastelte Handpuppen, dann kann er nur John Bock heißen. Der Aktionskünstler war auf der documenta, hat auf der Biennale von Venedig eine Made in einem kleinen Haus ausgestellt und die Bundeskunsthalle in Bonn in eine Rieseninstallation verwandelt. Als Sohn einer holsteinischen Landwirtsfamilie studierte er vor der Kunst Volkswirtschaft. Jetzt ist er Professor für Bildhauerei in Karlsruhe. Wie ein Professor wirkt er nicht. Seine Performances und Skulpturen sind faszinierend und sonderbar. 100 Jahre nach DADA hält er diese Kunstrichtung in Ehren. Dabei schafft Bock ein Universum zwischen Puppentheater und Splatter-Movie. Für seine Filme baut er Skulpturen und spielt mit allen Genres, vom Road-Movie über den Stummfilm bis zum Western, den er gerade mit Lars Eidinger plant. Bock ist in keine Kategorie zu quetschen. Die Spielfreude eines kreativen Kindes hat er sich erhalten und ist ein kreativer Vulkan, dessen Lava sinnlich und politisch nicht immer korrekt überkocht. Mit Lars Eidinger verwandelt er die aspekte-Sendung in ein Kunstwerk.

Mit diesen Themen:

"Rettet das Spiel"

Eine Kulturtechnik verschwindet

Am Anfang war das Spiel. Kaum etwas anderes ist so bedeutsam für die menschliche Entwicklung und Weiterentwicklung wie das Spielen, behauptet der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther. Mit ihrem Buch "Rettet das Spiel" plädieren Hüther und sein Co-Autor Christoph Quarch dafür, dem Spiel in unserer Gesellschaft wieder mehr Raum zu geben, es mehr als Potential denn als sinnfreien Zeitvertreib anzusehen. Ausgerechnet Effektivität und Funktionialität stehen dem im Weg, was die Menschen immer schon vorangebracht hat: das absichtslose Ausprobieren. Als Kinder wissen wir noch, was Spielen bedeutet: für das Gehirn der reinste Drogenrausch mit dem besten Effekt für das Wachstum der Nervenzellen. Auch in der Menschheitsgeschichte haben sich Entdeckungen und Erfindungen oft durch das Spiel ergeben. Doch warum hören wir irgendwann auf zu spielen? Und wo ist das Spiel heute geblieben, wo könnte es wieder in den Mittelpunkt rücken? aspekte über die Kulturtechnik schlechthin: das Spiel.

Arbeit 4.0

Die Roboter kommen - aber was wird aus uns?

Ein Heer von Sklaven besorgte früher die täglichen Verrichtungen. Die Sklaven von heute sind Maschinen. Roboter übernehmen die Arbeit von morgen, in allen Bereichen. Betroffen sind nicht nur, wie bei der ersten Industrialisierung, die unteren Kasten der Lohnpyramide. Jetzt könnte es auch für Ärzte und Anwälte ungemütlich werden. Vielleicht wird man sogar grundsätzlich über die Frage nachdenken müssen, ob ein Leben wirklich nur mit lohnabhängiger Arbeit sinnvoll zu füllen ist. Es steht eine Arbeitsmarktrevolution bevor: Sind wir damit auf dem Sprung zurück in das verlorene Paradies, aus dem Adam und Eva gewiesen wurden, um "im Schweiße ihres Angesichts" ihr Auskommen zu suchen? Verliert die Arbeit durch die Automatisierung für den Menschen ihren Stachel und an Bedeutung? Wird es nun erst richtig schlimm? Wie sieht der Arbeitsmarkt der Zukunft aus? Und wie werden wir das bloß aushalten? Die Maschinenbau-Professorin Sabina Jeschke gilt als "Miss KI" Deutschlands. Sie ist Expertin für Künstliche Intelligenz. Für aspekte beschreibt sie die Umwälzungen, die auf uns zukommen. Der Autor Martin Ford war Unternehmensgründer im Silicon Valley. Sein im Mai in Deutschland erschienenes Buch "Aufstieg der Roboter" gilt schon jetzt als ein Standardwerk der 'Arbeit 4.0'. Er beschreibt, wie immer mehr Jobs von künstlicher Intelligenz und ausführenden Technologien übernommen werden. Und immer mehr Erwerbstätige bleiben auf der Strecke. Der schottische Humorist und Autor Robert Wringham ist Herausgeber der Zeitschrift "New Escapoligist". Er sieht die Automatisierung als Chance und weiß, dass Arbeit und Konsum ohnehin nicht glücklich machen.

Im Zauberwald des deutschen Militarismus

Deutschland größtes unbekanntes Denkmal

Terra incognita mitten in Brandenburg. Deutschlands größtes Flächendenkmal, die ehemalige "Heeresversuchsstelle Kummersdorf", ist kaum bekannt und nicht öffentlich begehbar. Eine Expedition ins Ruinenreich, wo über mehrere Systeme hinweg Waffen das Schießen beigebracht wurde. Obwohl es gerade mal 50 Kilometer bis zur Berliner Stadtgrenze sind, verirren sich nur selten Touristen auf Brandenburgs (wenn nicht Deutschlands) größtes Flächendenkmal. Und das ist wohl auch gut so. Das Gelände der ehemaligen "Heeresversuchsstelle Kummersdorf" gilt als Europas gefährlichstes Bodendenkmal, eine 2000 Hektar große Hochrisikozone, verseucht nicht nur mit chemischen Kampf-, Munitions- und Explosivstoffen, sondern auch mit den dunkelsten Vernichtungsutopien, die dieses Land jemals hervorgebracht hat. Zwischen märkischem Mischwald ducken sich über 4000 Bunker, Kasernen und Versuchsbauten wie rätselhafte Zeugen einer untergegangenen Kultur. Schließlich wurden in Kummersdorf zwei Weltkriege technisch vorbereitet. Hier lernte die "Dicke Bertha" schießen, hier bastelte Wernher von Braun an seinem ersten Raketenantrieb, hier startete das deutsche Atomprogramm. 1877 gegründet, arbeiteten hier in den Hochphasen bis zu 15.000 Wissenschaftler und Militärs gleichzeitig an hochgeheimen Forschungsprojekten. Erst nach dem Abzug der Sowjets endete die Geschichte des militärischen Sperrgebiets. Zukunft? Ungewiss. aspekte begibt sich auf Spurensuche in der Keimzelle des militärisch-industriellen Komplexes Deutschlands.

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