"In mir stecken 1000 Weiber"

Hannelore Elsner über ihr Leben

Man braucht lange, um jung zu werden. Diesen Satz von Picasso zitiert sie gern: Hannelore Elsner. Sie ist 68 und wird täglich jünger. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben - "Im Überschwang". Darin beschreibt sie ihre Kindheit.

In einzelnen Episoden blitzt schon dort die Paradoxie ihres Lebens auf. Die Mischung von Eitelkeit und Scheu. Beim Baden mit Schulkameraden etwa: Hoffentlich sieht mich keiner, denkt sie, und gleichzeitig, hoffentlich schaut mich endlich jemand an. "Schön wollte ich schon sein, aber ich wollte mich eigentlich nicht zeigen, ich habe es denen nicht gegönnt."

Mit 16 entdeckt

Hannelore Elsner ist ein Kriegskind, geboren 1942 in Bayern, auf dem Land. Sie hat Glück, großes Talent und Mut. Sie war 16, als sie auf der Straße von einem türkischen Regisseur entdeckt wurde: Der lud sie zu Dreharbeiten nach Istanbul ein.

Sie fühlte sich "zerliebt"

Aus dem Film wurde nichts, statt dessen gab es eine erste Lektion, mit Annäherungsversuchen umzugehen. Ein Jahr später dreht sie mit Freddy Quinn "Freddy unter fremden Sternen" - ihr erster Film. Unzählige andere folgen, viele fürs Fernsehen: "Das Mädchen mit den schmalen Hüften", "Die Lümmel von der letzten Bank", "Alles in Butter", "Der Stoff, aus dem die Träume sind".
Die Elsner galt als die erotischste Schauspielerin Deutschlands. Es ist anstrengend, einem Bild zu genügen, das andere geschaffen haben. Sie fühlte sich "zerliebt", "verbraucht".

Sicher, es gab immer wieder Ausflüge ins ernste Fach. Dazu gehören die Filme, die sie mit Alf Brustellin, ihrem zweiten Mann, gedreht hat, aber auch die 60 Folgen "Die Kommissarin" ab 1994. Aber erst im Jahr 2000 kann Hannelore Elsner ihre ganze schauspielerische Bandbreite zeigen - als "Die Unberührbare" in der Regie von Oskar Röhler.

Je älter, desto besser wird sie

In ihrem Buch rekapituliert sie, wie alles gekommen ist. Man braucht lange, um jung zu werden, um zur Unbekümmertheit, Freiheit, Unverschämtheit der Kinderzeit zurückzukommen. Ein Mädchen vom Land - das ist sie bis heute geblieben. Die Ausflüge in die Welt des Glamours, des Boulevards, des Halbseidenen haben ihr nichts anhaben können, im Gegenteil. Andere greifen zu Botox, die Elsner steht zu ihren Falten. Je älter sie wird, desto besser wird ihr Spiel, intensiver, wagemutiger, überraschender. "Im Überschwang" bis heute.

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