Sie sind hier:

Kultur ist kein Hobby

Im Gespräch: Herbert Grönemeyer zum Lockdown

Ist der neuerliche Shutdown jetzt der Todesstoß für die Kultur? Der Deutsche Kulturrat hat eine Rote Liste für Kulturinstitutionen aufgelegt. Herbert Grönemeyer präzisiert im Gespräch mit aspekte seinen Vorschlag zur finanziellen Unterstützung der Szene.

5 min
5 min
13.11.2020
13.11.2020
Video verfügbar bis 13.11.2021

Einst gab es Millionen Feldhamster, eine Selbstverständlichkeit - nun ist das Tier vom Aussterben bedroht und auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Könnte der Kultur, bisher selbstverständlicher Teil des Alltags, etwa ähnliches blühen?

Eine Rote Liste für Kulturinstitutionen hat deshalb jetzt der Deutsche Kulturrat wieder aufgelegt: Viele Museen, Orchester oder Veranstaltungsorte sind akut bedroht, darunter das Berliner Unterweltenmuseum, das im Jahr normalerweise weit über 300.000 Besucher durch denkmalgeschützte Orte führt. Ist der neuerliche Shutdown jetzt der Todesstoß? Nicht nur für Institutionen, sondern vor allem für einzelne Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft geht es mittlerweile ums nackte Überleben. 1,5 Millionen Beschäftigte sind dort laut Bundesregierung tätig und erwirtschaften über 100 Milliarden Umsatz.

Ist der Branche mit der nun angekündigten Unterstützung geholfen? Und wäre mehr Differenzierung bei den Maßnahmen überhaupt möglich gewesen? In einer großangelegten Studie hat das Universitätsklinikum Halle untersucht, unter welchen Bedingungen auch bei einer Pandemie künftig zum Beispiel Konzerte möglich sein können. "Es ist Kreativität gefragt", sagt der Studienleiter Stefan Moritz.

Herbert Grönemeyer präzisiert im Gespräch mit aspekte seinen Vorschlag, dass Reiche und Vermögende im aktuellen Lockdown der Kultur zur Verantwortung gezogen werden sollen. Der Musiker fordert eine einmalige Sonderzahlung von 50.000 bis 150.000 Euro, die Millionäre zahlen sollen und die über den Kulturbetrieb hinaus allen von der Krise besonders Betroffenen helfen soll.

Herbert Grönemeyer sagt: "Wir alle hätten gern ein Signal, das uns aus dieser Melancholie befreit. Das Geld ist im Übermaß vorhanden. Das wäre eine wunderbare Reaktion, einfach mal anzufangen." Im Gespräch mit Jo Schück fordert er außerdem eine gemeinsame Interessenvertretung für die Musikbranche.

Mehr von aspekte

Ein Absperrband vor dem Eingang der Freien Universität Berlin

Kultur | aspekte -
Ausgebremst
 

Wie geht es der Generation Z?

Videolänge
4 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.