Die Themen am 11. September 2015

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Jason Clarke und Josh Brolin in "Everest"

Kultur | aspekte - Die Themen am 11. September 2015

Der amerikanische Bergsteiger und Filmregisseur David Breashears ist bekannt aufgrund seiner Besteigungserfolge am Mount Everest. Er ist Augenzeuge des Unglücks von 1996, die der Film "Everest" zeigt.

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Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.00 Uhr.

"Everest" im Kino

Die Verfilmung einer Tragödie

Dieser Berg ruft wirklich. Jedes Jahr versuchen hunderte Bergsteiger in kommerziell geführten Gruppen den Aufstieg zum höchsten Punkt der Erde. Von der Erstbesteigung 1953 bis 1996 hatten es nur 700 Menschen auf's Dach der Welt geschafft, etwa jeder Vierte starb bei Unglücken, schlechtem Wetter oder beim Abstieg. Seitdem sind über 4000 Menschen auf dem Mount Everest gewesen, geführt von professionellen Bergführerfirmen. Doch am Anfang dieser Entwicklung steht das Desaster von 1996: Acht Bergsteiger an einem Tag starben durch ein plötzliches Unwetter, als mehrere Bergexpeditionen mit weniger erfahrenen Kletterern den Aufstieg wagten. Hollywood macht daraus jetzt ein großes Filmepos zum Frösteln.

"H wie Habicht"

Der Bestseller aus England

Sachbuch oder Belletristik? Das fragt man sich beim Lesen dieses grandiosen Buches immer wieder. Wie kommt es, dass man begeistert die Beschreibungen eines Greifvogels liest? Dass man voller Spannung verfolgt, wie ein wilder Junghabicht zahmer wird, aber seine unberechenbare Wildheit behält? Dass man anfängt, sich über die Funktionsweise von Trauerarbeit Gedanken zu machen? Dass man sich immer wieder fragt, wieso man sich nicht schon längst näher mit Greifvögeln und mit Habichten im Besonderen beschäftigt hat? Es ist dem literarisch auf sehr hohem Niveau operierenden Buch von Helen Macdonald zu verdanken. Eine Besessene schreibt über ihre Leidenschaft - als wäre es das Normalste auf der Welt. Sie überträgt ihre Faszination für diese so ganz anderen Lebewesen auf ihre Lebensgeschichte und auf uns Leser - als sei auch das das Normalste der Welt. Wenn man ein Beispiel sucht, wie Literatur Türen in fremde Welten öffnet, dann wird man bei dem Buch "H wie Habicht" fündig. Ein Buch, das dem Vogel des Jahres 2015, dem Habicht, ein angemessenes Denkmal setzt.

Asyl und Zuwanderung

Wie geht das? Ein Faktencheck

Menschen, die aufgrund von Krieg und Verfolgung in Deutschland Zuflucht suchen, beantragen Asyl - und finden kaum Zugang in den deutschen Arbeitsmarkt. Ein Einwanderungsgesetz, das die Trennung zwischen Asyl und Einwanderung aufheben würde, könnte das ändern. Denn Deutschland braucht Einwanderung - und Flüchtlinge wollen arbeiten. Schnellere Integration hätte womöglich auch weniger Ablehnung innerhalb der Bevölkerung zur Folge. Das Argument "Die liegen uns auf der Tasche" wäre entkräftet. Wir schauen vor dem Gespräch mit der Migrations-Expertin Naika Foroutan auf die Chancen, die wir den Flüchtlingen geben können - und die sie wiederum für Deutschland mitbringen.

Sebastian Urbanski

Ein außergewöhnlicher Schauspieler

Wenn Sebastian Urbanski auf der Bühne steht, überträgt sich eine Magie auf den Zuschauerraum, die einen vergessen lässt, dass er und die anderen Ensemblemitglieder kleinere und größere Einschränkungen haben. Sie spielen, als gäbe es kein Morgen. Leidenschaftlich, laut, zurückgenommmen, witzig, unprätentiös. Sie spielen ihr Anderssein einfach weg. Fast alle haben das Downsyndrom. Wie Sebastian Urbanski, der Star im Ensemble des RambaZamba-Theaters in Berlin. Seit 14 Jahren steht er dort auf der Bühne, hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nebenbei synchronisiert, musiziert und tanzt er - und ist ein leidenschaftlicher Hobby-Historiker. Urbanski steht mitten im Leben und sieht seine Behinderung weder als Einschränkung noch als Nachteil - sondern als Chance. Er kämpft für Inklusion und Gleichberechtigung und möchte Mut machen, dass der offensichtlich leichtere Weg nicht immer der Bessere ist im Leben. Dafür hat er ein Buch geschrieben mit dem vielsagenden Titel "Am liebsten bin ich Hamlet" - denn das ist seine Paraderolle. Ehrgeizig und unberirrbar, kraftvoll und tieftraurig - Urbanski beherrscht die gesamte Klaviatur genauso oder gerade wie kein anderer Schauspieler.

Museumslotto

Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik

Im " aspekte-Museumslotto", das einmal pro Monat einem kleinen Museum die Chance gibt, sich vor einem Millionenpublikum zu präsentieren, hat in der letzten Ziehung das Silberwarenmuseum in Schwäbisch Gmünd gewonnen - ein Haus, in dem noch bis 1984 über 150 Jahre lang diverse Silberwaren produziert wurden: Leuchter und Kandelaber, Diademe und Broschen, Pokale, Gedenkmünzen und silberne Schirmgriffe. Das Museum steht heute für über 50 Silberwarenfabriken, die es einmal in der Region gab. Ein Team von aspekte hat sich ins Gmünder Milchgässle aufgemacht, um sich die noch heute funktionierende Produktion in der Ott-Pauserschen Fabrik genauer anzusehen …

Benjamin Clementine

... auf der aspekte-Bühne

Aufgewachsen ist Bejamin Clementine in einem Arbeiterviertel in London. Seine Eltern: Einwanderer aus Ghana, er ist das jüngste von fünf Kindern. In der Schule ein Außenseiter, verbringt er seine Zeit am Klavier und in der Bibliothek. Als Teenager bricht er mit der Familie, geht - ohne ein Wort französisch zu sprechen - nach Paris. Schlägt sich als Straßenmusiker durch, spielt in der Metro, in Bars - wird zufällig entdeckt, nimmt 2013 erste eigene Songs auf und hat seitdem eine steile Karriere hingelegt. Wie ein Märchen klingt diese Geschichte und möglicherweise ist das ein oder andere daran auch erfunden - fest steht jedoch: Benjamine Clementine ist eine Entdeckung. Als Kammer-Soul könnte man seine Musik bezeichnen. Seine Stimme: ein heller Bariton mit warmen Timbre. Seine Lieder: irgendwo zwischen Kunstlied, Chanson und Pop. Von seiner Vergangenheit und seinen Sehnsüchten erzählt er in seinen Songs. Ein einsamer Mann am Klavier.

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