Die Themen am 15. Januar 2016

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Kultur | aspekte - Die Themen am 15. Januar 2016

Künstler Christian Jankowski hatte die Sendung "geentert" und mit einem so einfachen wie effizienten Kunstgriff auf den Kopf gestellt: Luzia Braun und Wolfgang Herles moderieren über Kopf.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.01.2017, 11:50

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.15 Uhr.

#ausnahmslos

Was ist eigentlich sexistisch?

Zu der Debatte um die Ereignissen von Köln hat jeder etwas beizutragen. Die Aktion, die die größte öffentliche Wirkung hat, stammt von einer Gruppe von Netzaktivistinnen. Die „neuen Feministinnen“ beschäftigen sich schon seit Jahren mit sexueller Gewalt. Ihre Bewegung #ausnahmslos will die Debatte nicht Rechtspopulisten überlassen. Für sie stehen nicht ausländische Täter im Vordergrund, sondern der alltägliche Sexismus in Deutschland. Taten wie die in Köln, so die Feministinnen, können nach bisherigem Recht überhaupt nicht geahndet werden. Das Grabschen im öffentlichen Raum ist nicht strafbar. Ihre Aktion hat nach nur wenigen Tagen über tausend Unterschriften - von Ministern wie Heiko Maas und Manuela Schwesig bis zu Promis wie Inga Humpe und Angela Davis.
Wir treffen 5 der 22 Aktivistinnen in Berlin und sprechen mit ihnen über Sexismus und Rassismus.

Fünf Flüchtlinge und ein deutsches Dorf

Der Dokumentarfilm „Gestrandet“

Wie findet sich ein junger Mann aus Eritrea auf einem ostfriesischen Dorf zurecht?
Mit ihrem Dokumentarfilm "Gestrandet" zeigt Lisei Caspers in einer eindrucksvollen Langzeitbeobachtung die Situationen, mit denen viele Menschen - Geflüchtete und Einheimische - in diesem Jahr konfrontiert sein werden. Zunächst sieht es gut aus für die fünf jungen Männer aus Eritrea, die im ostfriesischen Strackholt gelandet sind: sie wollen ankommen, die Bürger wollen ihnen helfen. Doch das bleibt nicht so, die anfängliche Neugier und Euphorie verfliegt, denn zunehmend zermürbt das Warten und die Perspektivlosigkeit die Gruppe geflüchteter Männer. Die helfenden Dorfbewohner verzweifeln an der Bürokratie und sind frustriert von der sinkenden Motivation der Flüchtlinge, sich einzubringen. Alle sind zum Abwarten verdammt - der gute Wille wird auf beiden Seiten auf die Probe gestellt.

Nina Hoss kuratiert Christian Jankowski

Die Lady und der Schelm
Bei jedem anderen Künstler hätte man einen billigen Marketinggag vermutet. Christian Jankowski aber meint es ernst. Sagt er zumindest und grinst. Der Liebling der Berliner Kunstszene, ein international gefragter Film- und Konzeptkünstler, vertraut die Retrospektive seiner Werke der Schauspielerin Nina Hoss an. Und Nina Hoss wäre nicht Nina Hoss, wenn sie sich damit begnügt hätte, das Ausstellungsplakat mit einem absurd schönen Foto zu schmücken. Von Konzeptkunst hat sie zugegebenermaßen wenig Ahnung und das übliche Kuratorenlatein ist ihr fremd, aber wann hat man zuletzt eine Kuratorin mit einer solchen Leidenschaft von den Arbeiten „ihres“ Künstlers schwärmen hören? Jankowski versteht es wie kein zweiter, die Grenzen zwischen Kunst und Leben zu verwischen und den Kunstbetrieb mit externen Spezialisten aufzumischen. Im Stuttgarter Kunstmuseum hat er den Kuratorenjob einmal einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes anvertraut. Die Berliner Variante in der Galerie CFA verspricht deutlich glamouröser zu werden.

David Bowies Vermächtnis

„Lazarus“ in New York

Irgendwie war er immer da – auch wenn er jedesmal ein anderer war. „Ohne ihn“ war außerhalb der Vorstellung. David Bowie wusste schon seit mehr als einem Jahr, dass er Krebs hatte und hat seinen Abschied inzeniert, wie auch nur er es vermochte. Zwei Tage vor seinem Tod erschien sein letztes Album, „Blackstar“ – schon der Titel ein Synonym für das bevorstehende Jenseits. Die Video-Ausspielungen zu diesem Album – „Lazarus“, „Blackstar“ und auch „Sue“ – sind geprägt von Anspielungen, von endzeitlichem Charakter, und gehen teils zurück auf Bowies Anfänge. Sie führen – fast möchte man „natürlich“ sagen – auch ins Weltall. Parallel zum Song mit dem biblischen Titel „Lazarus“ erarbeitete er auch ein Theaterstück – die Premiere in New York war sein letzter öffentlicher Auftritt. aspekte trifft die Musikerin Maria Schneider. Sie war eine der wenigen von Bowies Eingeweihten – mit ihr und ihrer Band entstanden der Song und das Video „Sue“. „Blackstar“, Bowies Abschied – ein letzter, kosmischer, bewegender Gruß aus dem Orbit.

Live: BAP

40 Jahre Rock’n‘Roll auf Kölsch

40 Jahre ununterbrochen auf der Bühne stehen, das ist eine Leistung! Dabei hat Niedeckens BAP es geschafft, die Kölner Mundart zu ihrem Markenzeichen zu machen und für die Rockmusik zu entdecken. Wie gelingt es, sich über all die Jahre immer wieder neu zu erfinden? Bei BAP funktioniert das etwa über die ungebrochen politischen Texte, durch die sich die Band immer wieder in aktuelle Diskurse einmischt und die sie aus dem Sumpf der gefälligen Dudeldumm-Unterhaltung erhebt. BAP ist mehr als nur eine Musikgruppe - BAP ist eine Marke, die seit vier Jahrzehnten für engagierte Rockmusik steht.

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