Die Themen am 20. November 2015

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag um 23.00 Uhr.

Salman Rushdies neues Buch

Der Kampf von Fanatismus und Vernunft

Inzwischen wagt er wieder öffentliche Auftritte: Der indisch-stämmige Schriftsteller Salman Rushdie eröffnete vor wenigen Wochen die Frankfurter Buchmesse – der offizielle Stand Irans blieb leer. Der Iran verbot seinen Verlegern und Autoren, sich in Frankfurt zu präsentieren - mit dem zynischen Hinweis, man protestiere wegen der Verletzung der freiheitlichen Grundrechte des Staates und seiner Bürger. Dabei war es Revolutionsführer Khomeni, der 1989 die "Fatwa" gegen Rushdie ausgerufen hatte, der Aufruf, den Autor wegen seines Romans "Die Satanischen Verse" zu töten. Der Vorwurf: Beleidigung des Propheten. Rushdie musste sich in Folge jahrelang verstecken - ein bis heute einzigartiger Vorgang. Und auch wenn der offizielle Iran inzwischen davon Abstand nimmt, das Todesurteil bleibt bestehen – aktuelles Kopfgeld: 3,3 Millionen Dollar.

Vor kurzem nun erschien Rushdies neuester Roman: "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte". Mit ein wenig Mathematik landet man beim Zählen der Nächte bei einer magischen Zahl: 1001. Das neue Buch entführt einmal mehr in eine Märchenwelt - eine trügerische. Mit Sturm und Sintflut beginnt in Rushdies Buch die "Zeit der Seltsamkeit", 1001 Tage lang. Er macht New York zum Schlachtfeld zweier großer historischer Gegenspieler - in einem großen Bogen über fast 1000 Jahre. Hier: Ghazali, ein gläubiger, konservativer Gelehrter des Islam. Und dort: Ibn Rush, der Philosoph der Vernunft. Sie entfesseln einen Kampf der Welten: Gute gegen böse Geister, Dschinns, Fabelwesen. Es ist die bizzare Bühne für eine Gegenwart, die aus dem Lot geraten ist. "9/11", die von den Taliban gesprengten Bamiyan-Statuen in Afghanistan, das zerstörte Palmyra, sindflutartige Unwetter wie "Sandy" oder "Katrina" – schließlich der IS und das "französische 9/11" in Paris. Sie alle schwingen mit in diesem Kaleidoskop, das gegen Ende ein sehr fragwürdiges Happy End nimmt.

#ParisAttacks - Wie geht's weiter?

Fragen an Daniel Cohn-Bendit

"Sie können mit dem IS nicht verhandeln. Das geht nicht. Sind die Bomben die Antwort? Wenn die Bomben ihr Ziel erreichen würden und Rakka befreien würden, wären sie die Antwort." Das sagt nicht irgend jemand. Daniel Cohn-Bendit war selbst in Paris zur Zeit der jüngsten Anschläge. Der ehemalige Europa-Abgeordnete und "Grünen Urgestein", langjähriger Weggefährte von Joschka Fischer, bleibt im Konjunktiv, wenn es um verstärkte Militäreinsätze gegen den "IS" geht. Aber schon alleine dieser Konjunktiv spricht für sich. "Sie können mit dem IS nicht verhandeln." Dazu und wie er die Anschläge erlebt hat – heute ein Interview bei aspekte.

Charlie Chaplin als Autor

Einziger Roman Chaplins erschienen

Charlie Chaplins einziger Roman wird veröffentlicht. Geschrieben in Vorbereitung des Films "Limelight", beinhaltet er viel Autobiographisches. aspekte trifft den Herausgeber des Buches und Chaplin-Biographen David Robinson dort, wo der kleine Charlie einst im Arbeiterhaus in London lebte. Wir erfahren, wie fanatisch der kommödiantische Filmgott an seinen kleinen Gesten arbeitete und wie sehr er sich in der Rolle des Clown Calvero spiegelte. Chaplin, der kaum zur Schule ging und schon als Fünfjähriger auf der Bühne stand, litt zeitlebens unter seiner geringen Bildung, lernte täglich ein neues Wort dazu. Rechtschreibung war nicht sein Ding. Doch sein Stil überzeugt durch diese einzigartige Mischung aus Witz, Tragik und Weisheit.

Motörhead auf Tour

Ein Gespräch mit Lemmy

Sie gehören zu den lautesteten Bands der Welt und gelten als die Urväter des Heavy Metal - obwohl sie ganz genau genommen selbst gar keine Metaller sind. Es ist ganz simpel Rock'n Roll, sagt Lemmy Kilmister, der berühmte Frontmann der Band "Motörhead", die in diesem Jahr 40. Jubliläum feiert. Sie sind Vorbild für Musiker rund um den Globus - und ihre Fans finden sich mittlerweile in allen Altersgruppen. Ihre Europatournee sollte eigentlich am Sonntag in Paris starten: In der Nacht der Anschläge war die Band sogar schon in der Stadt. Zwei Bandmitglieder wollten ursprünglich ins Bataclan zu dem Konzert, das im Blutbad endete. "Feiglinge" sind die Terroristen für Lemmy Kilmister, der sagt: "Es gibt keine Sicherheit". Deshalb setzt er seine Tour erst recht fort - in Deutschland. aspekte hat den bald 70jährigen Lemmy Kilmister beim Auftakt in Düsseldorf getroffen.

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