Die Themen am 31. Juli 2015

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

"Zaide. Eine Flucht" am Theater Augsburg

Kultur | aspekte - Die Themen am 31. Juli 2015

"Mit der Musik von Rihm fühle ich mich im Heute, nicht im Museum" Mit Wolfgang Rihms "Eroberung von Mexico" begannen die Salzburger Festspiele - am Pult Ingo Metzmacher. Der Dirigent im Gespräch.

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Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.00 Uhr.

Flüchtlinge auf der Opernbühne - Kultur als Zuflucht?

Es ist eine "Unvollendete". W.A. Mozart brachte "Zaide", sein "ernstes Singspiel“ um die Flucht zweier Sklaven aus dem Palast des Sultans, nie zu Ende. Ausgestoppt. Ende offen. Nun stehen in Augsburg Akteure auf der Bühne, deren Lebenssituation auch "ausgestoppt" und von größter Unsicherheit geprägt ist: Flüchtlinge. Zusammen mit professionellen Orchester-Musikern erarbeiten Laien aus Nigeria, Irak, Syrien oder Afghanistan ihre Version vom Ende dieser Flucht. Wieviel Zuflucht ihnen selbst die Arbeit am Theater bietet, wie sie die derzeitige Situation in Deutschland erleben – davon erzählen sie wenige Tage vor der Augsburger "Zaide“-Premiere. Ein Werk, das Mozart gefrustet aufgab, da die Leute eben lieber Fröhliches erleben wollten. Wenig später schuf er die heitere Version seiner "Zaide": "Die Entführung aus dem Serail".

Ein Mann und seine Museen - Reinhold Messner

Vor vier Jahren hat die Bergfex-Legende Reinhold Messner unserem Reporter versprochen, kein weiteres Museum mehr in Südtirols Landschaft zu setzen. Er hat ja auch schon fünf Messner Mountain Museen - Touristenattraktionen, aber eben auch Orte mit Geschichte und Geschichten. Im Interview sagte er damals, das architektonische Prinzip seiner Museen sei: alte Gemäuer erhalten, restaurieren und wieder beleben. Nicht neu bauen. Und: kein Museum oberhalb der Almengrenze, also über 2100 Meter. Jetzt hat es Messner doch wieder getan. Ein sechstes Museum. Auf 2275 Metern. Hoch über seiner Heimat Südtirol, mitten im Skigebiet. Und er hat diesmal geklotzt. Ein Neubau. Ein Betonberg in den Bergen, entworfen von Stararchitektin Zaha Hadid. Hat er seine Prinzipien gebrochen? aspekte hat ihn gefragt.

Jasna Fritzi Bauer - Porträt einer Ausnahmeschauspielerin

"Früher wollte ich Schrottsammler werden …" Statt Schrott sammelt Jasna Fritzi Bauer heute eifrig Rollen. In ihrem neuen Film "About A Girl" ist sie entschlossen launisch - wie eine 15-Jährige eben so ist. Eine überraschende schauspielerische Leistung - denn Bauer ist schon 26. Fällt das auf? In Bauers Spiel überhaupt nicht. Sie ist ein Naturtalent, schlüpft in kürzester Zeit ohne viel Vorbereitung in ihre Filmrollen. Schon für "Ein Tick anders" überhäufte man sie mit Preisen für ihre feinfühlige Darstellung eines Mädchens mit Tourette-Syndrom. Hat sie Angst vor 'typecasting'? Keine Spur. Denn auch auf der Bühne hat sie sehr gut zu tun. Seit drei Jahren ist sie fest engagiert am Wiener Burgtheater, arbeitet mit Regie-Größen wie Michael Thalheimer und Frank Castorf. Mit 19 Jahren brach Bauer die Schule ab und schaute nie zurück. Sie wurde an der renomierten Ernst Busch-Schauspielschule angenommen, arbeitete schon damals mit Thalheimer. Bauer "lebt, schläft und atmet das Schauspielern", wie sie selbst sagt. Und doch sieht sie ihren Erfolg erfrischend nüchtern: "Wenn es dann irgendwann nicht mehr passiert, dann passiert es nicht mehr." Wer es nicht ins Theater schafft, kann Jasna Fritzi Bauer jetzt in ihrem neuen Film "About A Girl" erleben.

Salzburg zwischen Klassik und Moderne - Ein Festivalbericht

In Salzburg gibt es zur Festspielzeit eine liebgewordene Tradition. Viele denken jetzt an Mozart. Doch in den vergangenen Sommern konnte das Festival vor allem auch durch eindrucksvolle zeitgenössische Musiktheaterproduktionen punkten. Ihre Exklusivität in Sachen Mozart haben die Salzburger Festspiele mindestens so stark eingebüßt, wie die Bayreuther Festspiele ihre in Sachen Wagner. In Salzburg, dem angeblichen Mozart-Mekka, wird zeitgenössische Oper mehr und mehr zur festen Einrichtung. aspekte schaut in diesem Jahr daher auf die beiden ersten großen Premieren der Saison. Salzburg zwischen Tradition und Moderne, zwischen Rihms "Eroberung von Mexiko" und Mozarts "Nozze di Figaro" - ein Rückblick auf die erste Festivalwoche.

"Warschau 44" - Ein bewegender polnischer Film

Er ist bis heute das Trauma der Nation: Der Warschauer Aufstand von 1944 war ein Aufschrei und eine Anklage gegen das Schweigen der restlichen Welt. Doch die schwieg weiter und sah zu, wie eine Viertelmillion Menschen zu Opfern der Deutschen wurde und Polens Hauptstadt in einem Inferno unterging. Der junge Regisseur Jan Komasa versucht, mit ungewöhnlichen Stilmitteln den Aufstand aus einer neuen Perspektive zu erzählen: junge Menschen in Zeiten des Krieges, die Liebe in Zeiten der Apokalypse. Er provoziert damit die Frage, die sich bis heute wohl jeder Pole stellt: Wie weit bin ich bereit, für mein Land zu kämpfen? Sein Film führt ins Herz einer Nation, die sich bis heute als Opfervolk definiert und für die der Kampf um Freiheit und Würde Teil der Identität ist. Anlässlich der Ausstrahlung von "Warschau 44" am 02.08.2015 um 22:00 Uhr im ZDF gibt aspekte einen Vorgeschmack auf den Film, der in Polen als Ereignis gefeiert wurde - und einen Einblick, wie wichtig dieses Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte bis heute für die Selbstverortung auch junger Polen in Europa ist.

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