Die Themen am 4. Dezember 2015

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Petra Ramsauer: Die Dschihad-Generation.Wie der apokalyptische Kult des Islamischen Staats Europa bedroht. (Ausschnitt des Covers)

Kultur | aspekte - Die Themen am 4. Dezember 2015

"IS-Rekruter suchen gezielt nach Jugendlichen, die das Gefühl einer Entfremdung hatten": Autorin Petra Ramsauer erklärt Beweggründe und Strukturen, die Jugendliche zu IS-Kämpfern werden lassen.

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Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag um 23.25 Uhr.

Faszination IS-lamismus

Warum Jugendliche Extremisten werden

Der US-Anthropologe Scott Atran spricht von einer globalen Jugendbewegung unserer Zeit. Die österreichische Autorin Petra Ramsauer veröffentlichte vor kurzem ein Buch mit dem Titel "Die Dschihad-Generation". Der katholische Philosoph Jürgen Manemann konstatiert eine Sinnentleerung des Westens. Sie alle fragen: Was treibt immer mehr junge Europäer zum "Islamischen Staat"? Welche Rolle spielt dabei überhaupt die Religion? Und: Wie haben "wir", der Westen, unsere Gesellschaften, dazu beigetragen, dass aus einer einzigartigen Mischung aus Überforderung, Frust, Protest und – ja – Langeweile (und ob nun aus den Problemvierteln oder gut behüteten Häusern) schließlich aus jungen Menschen in der Freiheit Terroristen im Namen Allahs wurden? Ein Thesenspektrum.

Kunst für den Klimaschutz

Künstler und der Pariser Gipfel COP21

Paris, die Stadt der Weltausstellung, die Stadt mit dem berühmtesten Turm nach Pisa ist immer noch in der Schockstarre. Diese Woche begann die Weltklimakonferenz trotz des Terrors unter Sicherheitsmaßnahmen, die Napoleon neidisch gemacht hätten. US-Präsident Obama verlor große Worte, doch Taten folgten bisher noch nicht, besonders was konkrete Ziele bei der CO2-Reduktion angeht. Nun muss die Kunst ran. Eine private Initiative hatte lange vor den Anschlägen begleitende Kunstprojekte im öffentlichen Raum initiiert. Jetzt musste alles umorganisiert werden. Die so genannte "ICE-WATCH" des Künstlers Olafur Eliasson sollte auf dem Place de la Republic schmilzen, nun tut sie es endlich auf dem Place du Panthéon. Der Argentinier Tomas Saraceno hat im Grand Palais zwei riesige Kugeln aufgehängt, die ohne fossile Brennstoffe die Erde umkreisen könnten - nur mit der Wärme der Sonne angetrieben. Ein Versuch, ein technisch avanciertes Kunstprojekt als Signal für alternative Energieformen zu setzen. Im Palais du Tokyo läuft eine Ausstellung, die den Klimawandel in eine atemberaubende 3-D-Animation verwandelt und das Schicksal der klimabedingten Flüchtlingsströme in eine sinnlich nachvollziehbare Form bringt.

Das Alltagsleben in Paris kommt nur stockend wieder in Gang. Eine Stadt, die versucht, trotz Ausnahmezustand zu existieren und ein Weltkongress, der die größeren Zusammenhänge verstehen will. Aktionismus oder Start für einen Aufbruch in eine tatsächlich bessere Welt? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

"Dämonen und Wunder"

Der neue Film von Jacques Audiard

Als Jacques Audiard vor vier Jahren begann, an einem neuen Film zu arbeiten, gab es keine Flüchtlingskrise. Jetzt aber, zum Kinostart ist "Dämonen und Wunder" ein Film zur rechten Zeit. Er erzählt von Dheepan, einem tamilischen Freiheitskämpfer, der dem bewaffneten Kampf abschwört und sich in eine kleine Barkasse setzt, um in Frankreich als Flüchtling zu stranden. Mit einer Frau, die nicht seine und einer Tochter, die nicht beider Kind ist, zieht er in eines jener berüchtigten banlieus, im Speckgürtel französischer Großstädte. Hier sieht er sich erneut mit Gewalt konfrontiert. Mit Laiendarstellern, die zum Teil ihre eigene Geschichte verkörpern, ist Audiard ein packendes und dichtes Meisterwerk geglückt, das in Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet wurde.

Sloterdijk übersetzt Saint-Exupéry

Der Philosoph und der kleine Prinz

70 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry sind -wie bei literarischen Werken üblich- die Urheberrechte an seinem Werk erloschen. Wer jetzt seine märchenhafte Erzählung "Der kleine Prinz" veröffentlichen will, muss keine Lizenzgebühren mehr entrichten. Deshalb gibt es in diesem Jahr eine ganz Flut von Neu-Übersetzungen von "Der kleine Prinz". aspekte widmet sich der Übersetzung des Philosophen Peter Sloterdijk, die vor kurzem im Insel-Verlag erschienen ist und in dieser Woche im Berliner Ensemble unter der Mitwirkung von Thomas Gottschalk vorgestellt wurde.

Neubeginn des Artemis Quartetts

Quartett zu dritt

Friedemann Weigle litt unter bipolarer Depression. Im Sommer nahm sich der Bratschist des weltberühmten Artemis Quartett das Leben. Ein Schock. Niemand hatte seinen Tod erwartet. Auch nicht die übrigen Mitglieder des Quartetts. Seit 2007 prägte Friedemann Weigle den unverkennbaren Grundton und Beat des Artemis Quartetts mit. Wie geht es jetzt weiter? Streichquartette sind hochfragile Gebilde. Sie neu zu besetzen, ist immer noch eine Operation am pochenden Herzen. Artemis hat es schon mehrfach erlebt, von der Ursprungsbesetzung ist nur noch Cellist Eckart Runge an Bord. Der Tod von Friedemann Weigle ist ein existenzieller Stoß. Nach einer Auszeit treffen wir die Musiker während ihrer Abschiedstournee und sprechen mit ihnen über den Verlust des Freundes und Kollegen.

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