Die Themen am 4. September 2015

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Ingo Knollmann, Sänger der "Donots"

Kultur | aspekte - Die Themen am 4. September 2015

Smudo von den "Fantastischen Vier" über eine kulturelle Bewegung gegen rechte Gewalttaten und Angriffe auf Flüchtlingsheime, über die Hasstiraden im Internet und den "rechtshingelehnten Wutbürger".

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Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.10 Uhr.

Künstler gegen Rechts

Von Fanta 4 bis Frei.Wild

Immer mehr prominente Künstler und Musiker melden sich zu Wort und fordern Engagement für Flüchtlinge, Engagement gegen rechts. Die Toten Hosen treten überraschend bei einem kleinen Festival gegen Neonazis auf, auf dem Bundesvision Song Contest erschallt "Kein Mensch ist illegal" und selbst die für ihre völkischen Texte umstrittene Band Frei.Wild appelliert an ihre Fans, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Was bringt das? Einerseits scheint die Stimmung der Gesellschaft so empathisch und hilfsbereit gegenüber Asylbewerbern wie selten zuvor. Gleichzeitig sind rechte Gewalttaten und Angriffe auf Flüchtlingsheime und Hasstiraden im Netz an der Tagesordnung. Einzelfälle? Wo steht unsere Gesellschaft wirklich und was bewirken die Appelle der Künstler und Musiker?

Mädchen, die als Jungen aufwachsen

Afghanistans verborgene Töchter

Für ein Mädchen gibt es bei ihrer Geburt keinen schlechteren Ort als Afghanistan - das sagt die UNO. Doch einige Afghanen scheinen einen Ausweg aus dem Dilemma gefunden zu haben. Familien verkleiden ihre Mädchen als Jungs und lassen sie jahrelang 'im anderen Geschlecht' aufwachsen. Versteckter Widerstand in einem patriarchalen System? Die preisgekrönte schwedische Journalistin Jenny Nordberg porträtiert in ihrem Buch "Afghanistans verborgene Töchter" viele sogenannte "bacha posh" - "als Jungen Verkleidete“. Was bedeutet es, dass sie im anderen Geschlecht erzogen werden? Wie gefährlich leben diese Verkleideten? Und was passiert, wenn sie in die Pubertät kommen?
Kann Erziehung die sexuelle Natur verändern? Darum geht es nicht, so Jenny Nordberg. Es geht um Freiheit. Und: "Es ist eine verzweifelte Lösung in einer fehlgeleiteten Gesellschaft".

Jonathan Franzen über "Unschuld"

Das neue Buch des US-Schriftstellers

Er hat den Roman neu erfunden - für das 21. Jahrhundert: Jonathan Franzen, der große Epiker Amerikas. Im kalifornischen Santa Cruz haben wir ihn jetzt zum exklusiven Interview getroffen. Der Anlass: sein neuer Roman "Purity”, auf deutsch: "Unschuld”, der zeitgleich in den USA und in Deutschland erscheint. Wie immer schreibt Franzen über die drängenden Themen unserer Zeit. Diesmal: über die Kultfigur des 21. Jahrhunderts, den Whistleblower. Franzen traut den neuen Helden des Internets nicht. Die Lichtgestalt wird bei ihm zum Anti-Helden - mit ostdeutscher Biographie. Er wollte schon immer einen Roman über Deutschland schreiben, sagt Franzen, der in Berlin studiert hat - und über die DDR. Auf 824 Seiten entfaltet er nun ein deutsch-amerikanisches Figurenpanorama. Journalisten, Anarchisten, Idealisten – sie alle kreuzen den Weg des Whistleblowers. Herausgekommen ist ein “echter” Franzen: ein großer Gesellschaftsroman.

"Ich und Kaminski" im Kino

Der neue Film mit Daniel Brühl

Mit seinem Roman "Ich und Kaminski"wurde Daniel Kehlmann weltberühmt. Wolfgang Becker und Daniel Brühl gelang das 2003 mit "Goodbye Lenin". Jetzt bringt die Verfilmung des Kehlmann-Romans den Regisseur und den Schauspielstar wieder zusammen. Der Wunsch, ganz groß rauszukommen, treibt den Journalisten Sebastian Zöllner in die Schweizer Berge zu dem dort zurückgezogenen Maler Manuel Kaminski. In den 60ern erlangte dieser welweit Ruhm als "blinder Maler", war Schüler von Picasso und Matisse. Wie Zöllern sich jetzt einschleimt, um hinter Kaminskis Geheimnis zu kommen, wirft die Frage auf: "Wie blind ist eigentlich der Maler?" und wie blind sind wir selbst? Regisseur Becker und Daniel Brühl in Höchstform: "Ich und Kaminski" zeigt grandios und komisch unser eigenes Schwanken zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifel.

Kammermusikfestival auf den Lofoten

Klassische Musik am Fjord

Schroff ragen Klippen und Bergspitzen aus dem blaugrauen Meer - die Lofoten vor der Küste Nordnorwegens sind eine fantastische Kulisse, die immer neue, immer spektakuläre Anblicke bietet. Die Heimat der Wikinger. Hier gibt es vor allem Fisch, den berühmten Kabeljau. Im Sommer findet auf den Inseln ein einzigartiges Kammermusikfestival statt. Es bietet acht Tage lang Klassik von hoher Qualität. Manche der Konzerte finden an ungewöhnlichen Orten statt, am Fjord oder in der Kunstgalerie, andere in den zahlreichen Kirchen der Region. Wir waren vor Ort und haben unter anderem das "Danish String Quartet" die Woche über begleitet. Als nette Musiker von nebenan geben sie sich - bloß nicht zu abgehoben, bloß nicht zu prätentiös. Und ihre Fans kommen selbst aus Amerika zu den Lofoten, um die Musiker dort zu erleben. Am 12. September spielt das "Danish String Quartet" übrigens auch in Deutschland, beim "Musikfest Berlin" im Kammermusiksaal der Philharmonie.

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