Die Themen am 12. Februar 2016

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - Die Themen am 12. Februar 2016

Kabarettistin Astrid (Julia Jentsch) erfährt während der Schwangerschaft, dass ihr Kind das Downsyndrom hat. Der Spielfilm von Anne Zohra Berrached nimmt am Wettbewerb um den Goldenen Bären teil.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.09.2017, 23:59

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag um 23.10 Uhr.

Reportage von der Berlinale

Mit Meryl Streep und George Clooney

Tobias Schlegl wirft einen Blick auf den Eröffnungsfilm der 66. Berlinale, "Hail, Caesar!", und richtet seine Fragen an Macher und Beteiligte: die Coen-Brüder und George Clooney. Er fragt bei der Jury-Präsidentin Meryl Streep nach, in welcher Rolle sie ihr Debüt als Jury-Präsidentin zu spielen gedenkt und beschäftigt sich mit der "Legende Streep". Schlegl schaut weiter auf die filmischen Überraschungen dieser 66. Berlinale und fragt bei den Akteuren des Kinos, bei Filmemachern und Schauspielern nach, was das Motto von Festivaldirektor Dieter Kosslick für diese Filmfestspiele - "Das Recht auf Glück" - im besten Fall bedeuten könnte.

"24 Wochen": Tabu Spätabbruch

Deutscher Film im Wettbewerb

"Wird mein Kind gesund sein?" Diese bange Frage stellen sich Frauen in fortgeschrittener Schwangerschaft, wenn sie eine Pränataldiagnostik machen lassen. Doch was, wenn nicht? Sollen sie ihr krankes oder behindertes Kind töten lassen? Mit dieser unerträglichen Entscheidungssituation beschäftigt sich der deutsche Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale "24 Wochen". Wir fragen die Regisseurin Anne Zohra Berrached, warum sie sich diesem Thema widmet, über dem ansonsten in unserer Gesellschaft ein merkwürdiges Schweigen liegt. Außerdem sprechen wir mit der Autorin Sandra Wiedemann, die über ihre eigene Spätabtreibung ein Buch geschrieben hat.

Ehrenbär für Michael Ballhaus

Eine Hommage

Sein Name steht für großes Kino: Michael Ballhaus, der Kameramann aus Deutschland, der es zu Weltruhm gebracht hat. In seiner gut 50-jährigen Karriere hat er mehr als 70 Kinofilme gedreht. Am Anfang stand "Lola Montez". Als 18-Jähriger hatte Michael Ballhaus die Gelegenheit, zwei Wochen beim Dreh zu diesem monumentalen Streifen von Max Ophüls zuzuschauen. Er war begeistert - vor allem vom Kameramann - und wusste: das ist sein Beruf oder vielmehr seine Berufung. Ballhaus fing klassisch an: Fotografenlehre, Kameramann beim Fernsehen - dann der Wechsel zum Kino. Zunächst in Deutschland. Anfang der 80er Jahre gelang ihm dann, was kaum einer geschafft hat: der Sprung über den großen Teich. Dort drehte er mit großen Schauspielern und Regisseuren wie Paul Newman, Robert Redford, mit dem Regie-Giganten Frances Ford Coppola und immer wieder mit Martin Scorsese. Filme wie "Good Fellas", "Gangs of New York", "The Color of Money". Für sein Lebenswerk wird er in diesem Jahr auf der Berlinale mit dem "Goldenen Ehrenbären" ausgezeichnet, endlich. Mit seinen Bildern hat er Filmgeschichte geschrieben.

Kamel Daoud: "Der Fall Meursault"

Preisgekröntes Debut aus Frankreich

In seinem beeindruckenden und in Frankreich mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Roman "Der Fall Meursault, eine Gegenermittlung" rollt der algerische Autor Kamel Daoud einen der berühmtesten Morde der Literaturgeschichte neu auf. Er gibt dem arabischen Mordopfer aus Albert Camus' "Der Fremde" eine Stimme. Das Werk stellt nicht nur eine Auseinandersetzung mit Camus dar, es ist auch eine furiose Abrechnung mit dem Algerien von heute.

Karen Duves Buch "Macht"

Bizarre Folgen der Emanzipation?

Ein finsterer Blick in die nahe Zukunft: Frauen haben die politische Macht an sich gerissen. Tabletten machen wieder jung. Gleichzeitig steht der Weltuntergang bevor. Einem Zeitgenossen, einem Mann wird das alles zuviel. Er kettet seine Frau im Keller an. Es sei schließlich in der Welt und der Geschichte meist so gewesen, dass Frauen unterdrückt wurden. Warum sollte nun gerade ER zum Ende des Planeten darunter leiden, dass das jetzt kurzzeitig in einem kleinen Teil der Welt andersherum ist ... Wie ernst meint die Schriftstellerin Karen Duve das alles? Ihr Buch "Macht" erscheint am 18. Februar.

Rastloser Brückenbauer, populärer Intellektueller

Gedenken an Roger Willemsen

Sein Charme war noch unwiderstehlicher als seine gedankliche Brillianz. Und das will was heißen. Deshalb war dieser Intellektuelle so populär. Roger Willemsen - ein Jazzliebhaber mit dem Bekanntheitsgrad eines Fußballstars. Erst mit seinem Tod haben wir bemerkt, wie lange wir ihn schon vermissen. Wo ist eine Stimme wie die seine in diesen lauten Zeiten, in denen die Gewissheit darüber, was Gut und Böse, Richtig und Falsch ist, sich im freien Fall verliert? Wie wohltuend wäre doch seine Stimme in den unzähligen Expertenrunden dieser Tage. Willemsen war einer, der gierig auszog, um die Welt zu er-fahren. Ein Rastloser. Einer, der Brücken baute zwischen uns und "dem Anderen". Das Treiben des Demokratie-Betriebs empfand der genaue Beobachter in seinem Buch "Das Hohe Haus" (2014) als "Schaufenster-Dekoration". Willemsen, ein Gentleman, der stets auch "Mother’s Finest" blieb. Er fand Gehör.

Roger, wir danken dir, danken auch für die kurze Zeit mit einem Kollegen, der jeder Minute seiner Anwesenheit seinen eigenen Zauber schenkte.

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