Die Themen am 19. Februar 2016

Moderiert von Tobias Schlegl und Jo Schück

Kultur | aspekte - Die Themen am 19. Februar 2016

Er führte Regie & spielt die Hauptrolle in "Miles Ahead" - Miles Davis in seinen wilden 70ern. Wie trifft er dessen raue Töne & hat der wirklich geschossen? Gerald Giesecke fragt bei Don Cheadle nach.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.02.2017, 10:55

Die Berlinale und das Recht auf Glück - aspekte über die 66. Filmfestspiele. Die Stars der Berlinale: Greta Gerwig, Spike Lee, Don Cheadle. Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag um 23.00 Uhr:

Die Berlinale und das Recht auf Glück

Vom "Recht auf Glück" hat Festivaldirektor Kosslick auf der Eröffnungs-PK gesprochen - und versprochen, dass sich die Berlinale in diesem Jahr auf die Suche nach dem macht, was Glück überhaupt ist. Wir suchen mit und ziehen Bilanz: Welche Antwort finden die Filme in diesem Jahr? Was ist Glück für Flüchtlinge? Was ist Glück für Liebende? Wie beantworten die Stars die Frage nach dem Glück? Und: Welche Filme haben uns glücklich gemacht?

Greta Gerwig in "Maggies Plan"

Kaum eine Schauspielerin spielt ihre Figuren mit so viel Wärme und Lebendigkeit wie Greta Gerwig. Sie ist Anfang 30 und eine Ikone des amerikanischen Independentfilms. In ihren Zwanzigern war sie als Schauspielerin und Regisseurin Teil der sogenannten "mumble core"-Bewegung, die durch ihre ungeschminkte do-it-yourself Ästhetik von sich reden machte. Mit dem Film "Greenberg" von Noah Baumbach wurde sie international bekannt. Sie spielt darin eine Frau ohne Selbstschutz, eine "gute Seele". Seit "Greenberg" ist Gerwig mit dem Regisseur Baumbach liiert und hat mit ihm mehrere Drehbücher geschrieben und Filme gedreht. Besonders erfolgreich war ihr Film "Frances Ha", in dem Gerwig die New Yorker Träumerin Frances spielt, die nach einem Platz im Leben sucht. Auch in diesem Film besteht Gerwigs Kunst darin, den Anschein zu erwecken, als würde sie gar nicht spielen und ganz sie selbst sein. In der flirrenden, auf der Berlinale gezeigten Komödie "Maggie’s Plan" hat sie die Rolle einer jungen Dozentin, die mit einem Samenspender ein Kind bekommen will, sich dann aber in einen verheirateten Professor verliebt. Regisseurin Rebecca Miller sagt über Greta Gerwig: "Kein anderer hätte diese Rolle spielen können. Dank Gretas Intelligenz und der Reinheit ihres Herzens." aspekte stellt Greta Gerwig, die für viele die Schauspielerin ihrer Generation ist, vor. ("Maggie's Plan" läuft ab 4. August in den Kinos.)

Thomas Vinterbergs Film "Die Kommune"

Der Dogma-Regisseur Thomas Vinterberg ist dieses Jahr im Wettbewerb der Berlinale mit seinem Familien- und Ehedrama "Die Kommune" vertreten. Vinterberg, der selbst in einer Kommune aufgewachsen ist, verlegt eine klassische Dreiecksgeschichte in das Setting einer 70er Jahre-Kommune in Kopenhagen.

"Die Kommune" Film von Thomas Vinterberg  - Kinostart: 21.4.2016
"Die Kommune" - Wettbewerbsfilm von Thomas Vinterberg Quelle: Prokino Filmverleih

Erik und Anna haben eine alte Villa geerbt, können es sich schlichtweg nicht leisten, dort alleine zu leben und casten aus ihrem gutbürgerlichen Künstlerumfeld ihre Kommunengemeinschaft. Es wird nackt gebadet, getanzt, diskutiert, abgestimmt - das Zusammenleben funktioniert. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich Erik, Architekt und Dozent, in die junge Studentin Emma verliebt. Das Drama nimmt seinen Lauf. "Es hat mich interessiert, so eine starke Persönlichkeit wie Anna zu spielen, die sich von Beginn auf ein Experiment einlässt, es sogar forciert und dann auf sich selbst zurückgeworfen wird mit der Frage 'Wie viel Freiheit kann ich mir und meinem Partner geben und es aushalten'?", so Trine Dyrholm im Interview mit aspekte. ("Die Kommune" startet am 21. April in den Kinos.)

Don Cheadle in "Miles Ahead"

Ein Spielfilm über Miles Davis. Was eine Aufgabe. Wie und was erzählen über einen Musiker, der über Jahrzehnte das prägte, was er stets nur "social music" nennen wollte: Jazz. "Miles" – eine Legende und ein enfant terrible, zumindest zeitweise. Es sind genau diese, die wildesten Jahre des Trompeters in den 70ern, von denen nun Don Cheadle in "Miles Ahead" erzählt. Miles in Action – im wahrsten Sinne des Wortes. Und Cheadle gibt selbst den "Man with the Horn" – inklusive dessen eigentlich unnachahmlichen hauchendem Raunen.

"Zero Days" und "National Bird" - Politische Dokumentarfilme

"It's not Science Fiction" wirbt die US Airforce in einem Rekrutierungsvideo. Und meint damit eine neue Art der Kriegsführung: mit Joystick und Drohnen. Gleich zwei Dokumentarfilme auf der Berlinale sorgen mit Enthüllungen von Whistleblowern und spektakulären Recherchen für Aufsehen. In "National Bird" hat die Regisseurin Sonia Kennebeck mit Aussteigern aus dem Drohnenprogramm der Airforce, die aufklären wollen, gesprochen. Der preisgegkrönte Dokumentarfilmer Alex Gibney präsentiert im Wettbewerb einen atemberaubenden Thriller - aus der Realität des Cyberwar. Es geht um eine neue Form des Cyberangriffs von Staaten, der erstmals mit dem auf das iranische Atomprogramm gerichteteten "Stuxnet" Virus auftauchte - nach seinen Recherchen von den USA und Verbündeten geschaffen. Doch bis heute wird das nicht offiziell zugegeben. Es gebe einen neuen Trend zur Geheimhaltung der unsere Demokratien gefährde, klagt Gibney an. Denn der Krieg mit Computer und Computerviren ist längst nicht mehr virtuell - es sind, macht Gibney mit "Zero Days" eindrücklich klar, Massenvernichtungswaffen.

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