Laute Stimmen gegen die Atomkraft

Die japanische Aktivistengruppe "ChimPom"

Es ist die größte Katastrophe des noch jungen Jahrhunderts: In Japan explodiert ein Atomkraftwerk und das Land schweigt. Doch ein Jahr danach ist in Japans Gesellschaft Bewegung geraten, Protest und Kritik nehmen zu.

Aktion von "ChimPom": Das Atom-Logo entsteht aus der japanischen Flagge
Aktion von "ChimPom": Das Atom-Logo entsteht aus der japanischen Flagge Quelle: ,ZDF

"ChimPom" ist eine der ungewöhnlichsten und extremsten Gruppen junger Künstler Japans: Fünf Männer und eine Frau, die seit 2005 mit Kunst und kontroversen Aktionen die Öffentlichkeit erregen. Es sind vor allem soziale Themen, mit denen sie sich beschäftigen.

Neue Form der Protestkultur in Japan

Als Straßenkünstler (sie selbst nennen sich "Kunst-Soldaten") haben sie begonnen, mittlerweile genießen sie nationale Anerkennung, und auch das Ausland interessiert sich immer mehr für sie.

Als im vergangenen Jahr Fukushima explodierte, haben sie nicht nur umgehend künstlerisch reagiert, sondern sich auch in der Region engagiert und versucht aufzuzeigen, dass selbst die sonst so "gehorsamen" Japaner nicht mehr alles hinnehmen wollen. Sie filmten ihren 40 Minuten dauernden Fußmarsch vom Atomkraftwerk - und wie aus einem weißen Laken erst eine japanische Flagge wurde und dann das Symbol für Kernkraft. Eine neue Form der Protestkultur scheint geboren. "ChimPom" sind dabei nur eine der lautesten Stimmen in Japan gegen die Atomkraft.

Erinnerung an den Atombomben-Horror

In einer der größten U-Bahnstationen in Tokio hatten sie kurz nach dem nuklearen Supergau in Fukushima das riesige Wandgemälde "Myth of Tomorrow" mit dem an den Atombomben-Horror von Hiroshima und Nagasaki und den Überlebenswillen der Menschen erinnert wird, "ergänzt".

Den Stil hatten sie derart gut nachempfunden, dass es einige Zeit dauerte, bis die Polizei die Ergänzung "LEVEL 7" wieder entfernte.

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