Les femmes du 6ème étage

Hommage an die Dienstmädchen unterm Dach

Paris, 1962. In der Bel-Etage eines Mietshauses der vornehmeren Art lebt das Ehepaar Joubert - im 6. Stock unter dem Dach hausen in winzigen Kammern die Dienstmädchen der feinen Leute. Da williges französisches Personal kaum noch zu bekommen ist, sind es ausschließlich Spanierinnen.

Bei den Jouberts wurde soeben die 25 Jahre im Haushalt tätige Französin gefeuert und die junge Spanierin Maria (Natalia Verbeke) eingestellt. Sie ist anpassungsfähig, fleißig, schön und eine wahre Perle. Nicht lange und Monsieur Joubert (Fabrice Luchini) findet Gefallen an ihr.

Echtes Leben in der Dachkammer

Doch es bahnt sich keine übliche Affäre zwischen Patron und Magd an - der Börsenmakler erkennt, wie leer und freudlos sein bourgeoises Leben mit seiner spröden Gattin (Sandrine Kiberlain) und den versnobten Söhnen ist. Er interessiert sich nicht nur wirklich für Maria, sondern freundet sich auch mit allen anderen temperamentvollen, lebenslustigen Spanierinnen von oben an.

Er verbessert ihre Lebensbedingungen und taut bei Paella und Gesang richtig auf. Als es zum Bruch mit seiner Frau kommt, zieht er sogar in eine der Dachkammern, dorthin, wo er echtes Leben spürt. Und auch seiner Frau wird langsam klar, wie ignorant sie sich verhalten hat. Wird aus der Zuneigung zwischen Joubert und Maria Liebe oder kehrt er wieder zu seiner Frau zurück, um einen Neuanfang zu wagen?

Romantisches Märchen

"Les Femmes du 6ème Etage" ist ein beschwingter, warmherziger, sehr humorvoller Film mit wunderbaren Schauspielern, unter anderem die aus Pedro Almodovar-Filmen bekannte Carmen Maura. Regisseur Philippe Le Guay, der sich noch lebhaft an das spanisches Dienstmädchen in seinem Elternhaus erinnert, wollte all den Frauen aus anderen Ländern, die in Paris hart arbeiten, ein Gesicht geben. Die Hommage ist ihm gelungen. Seine Spanierinnen sind allesamt handfeste, gestandene Frauen mit überbordendem Temperament und dem Herz auf dem rechten Fleck. Die Französinnen dagegen gelangweilte hochnäsige Damen der Gesellschaft.

Auch wenn er sich alle Klischees vornimmt, die es zwischen Herrschaft und Dienstboten gibt, beobachtet Le Guay doch genau und baut immer wieder charmante Details ein. Sein Film ist ein amüsantes, romantisches Märchen, das gute Laune versprüht.

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