Lüge bleibt Lüge

aspekte-Chef Herles über die neuen Provokationen von Erika Steinbach

Erika Steinbach: Ein neuer Fall Sarrazin? Die Vertriebenenpräsidentin hat doch nur, so sieht es aus, auf die unbestreitbare Tatsache aufmerksam gemacht, dass Polen bereits im März 1939 seine Armee mobil gemacht hatte. Hitler aber überfiel das Nachbarland erst am 1. September. Alles klar? Hat die CDU-Politikerin etwa, genau wie Sarrazin, nur eine notwendige und nützliche Debatte angestoßen?

Ist sie ein Opfer der politisch Korrekten, die nun auch in der eigenen Partei auf Frau Steinach einprügeln? Meinungsfreiheit ist das höchste Gut der Demokratie. Unbestreitbar. Aber Lüge bleibt Lüge. Auch im scheinheiligen Gewand historischer Fakten.

Geschichtsklitterung

Auf Polens Mobilmachung hinzuweisen, und nicht dazu zu sagen, dass Hitler im Frühjahr 1939 bereits Prag besetzt und der Wehrmacht befohlen hatte, einen Angriffsplan auf Danzig zu entwickeln, und der den Deutschen Lebensraum im Osten versprach, das ist in der Tat Geschichtsklitterung.

Damit kann Frau Steinbach an braunen Stammtischen Zustimmung ernten, aber nicht im CDU-Bundesvorstand oder gar im Deutschen Bundestag. Und das ist der Unterschied zum Provokateur Sarrazin. Der hat tatsächliche Missstände höchst eigenwillig und bestreitbar erklärt.

Vergangenheit zurecht biegen

Frau Steinbach aber versucht, die Vergangenheit zurecht zu biegen. Sie betreibt Geschichtspolitik in der Absicht, die Schuld der Deutschen zu relativieren, die Vertriebenen auf eine Stufe mit allen anderen Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen zu stellen. Man muss über alles streiten dürfen, ja. Aber historische Fakten wie Hitlers Vernichtungskriege sind unbestreitbar.

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