Man tänker sitt/Burrowing

Rätselhaft und ohne Handlung

Schweigen in einer Reihenhaussiedlung, verlorene Charaktere. Ein Film, der fast komplett ohne Dialog auskommt - stattdessen sehr viel Stille - zum Teil sind sogar die Geräusche der Umgebung nicht zu hören. Dazu hier und da pathetisch klingende Musik und die Off-Stimme des 11-jährigen Sebastian, der von einem Hügel auf dem Spielplatz die trostlose Reihenhaussiedlung beobachtet.

Von dort aus kommentiert er das Verhalten verschiedener Siedlungsbewohner: Anders, der joggen geht, wenn ihm alles zu viel wird und dennoch im Ringkampf dem pensionierten Vater unterliegt; Mischa, der ehemalige Gastarbeiter, der irgendwie geblieben ist; und der leicht unterbelichtet wirkende Jimmy, der noch zu Hause wohnt, obwohl er selbst bereits einen Sohn hat.

In der Siedlung "vergraben"

Eine Entwicklung gibt es in "Man tänker sitt" nicht. In gleichbleibend ruhigem Tempo durchwandert Jimmy mit dem Kind auf dem Arm den Film, streunt Sebastian durch das Viertel und den angrenzenden Wald. Der englische Titel "Burrowing" passt da gut; es hat tatsächlich den Anschein, als hätten sich all diese verlorenen Figuren in der Siedlung "vergraben", versteckten sich oder etwas und wären beinah schon nicht mehr am Leben. Geheimnisvoll.

Die Kamera belässt es bei langen Einstellungen, viel schwedische Natur - Wasser und Wald. Die Dialoge, so es denn welche gibt, wirken improvisiert, in manchen Momenten hat der Film quasi-dokumentarischen Charakter. Rätselhaft. Kein erkennbarer Plot. Ein seltsam entrücktes Leben. Sicher nichts für Schnitt-Junkies.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet