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Mein bester Feind

Märchenhaft, gepaart mit schwarzem Humor

So richtig lustig war der Holocaust ja nicht. Was die Filmstudios freilich nicht daran hindert, in schöner Regelmäßigkeit Nazi-Klamotten auf die Leinwand zu wuchten ("Das Leben ist schön", "The Producers", "Mein Führer"). Jetzt war es wieder mal so weit. Und es ist - gerade mal so - gut gegangen.

Wenigstens verzichtet die (Tragi-)Komödie "Mein bester Feind" konsequent auf alle Zutaten, die einem Lustspiel hätten gefährlich werden können: Es gibt keine Leichenberge, keine Krematorien, keine halbverhungerten Ghettokinder. Selbst Moritz Bleibtreu als jüdischer Kunsthändler Victor Kaufmann (Nomen est omen) sieht nach seiner Haft in einem Konzentrationslager so proper aus wie eh und je.

Der Jude nicht als wehrloses Opfer

Das Grauen des Völkermords bleibt im Film zwar gegenwärtig, gefährdet den Lauf der munteren Verwechslungshandlung aber zu keinem Zeitpunkt. Nun gut. Die Handlung ist schnell erzählt: Victor Kaufmann weiß, wo seine Familie vor der Deportation eine wertvolle Michelangelo-Zeichnung versteckt hat. Die Nazis wissen es nicht, wollen das kostbare Blatt aber unbedingt haben. Und so wird Kaufmann nach Berlin geflogen, überlebt nur knapp einen Flugzeugabsturz und kann in der SS-Uniform seines ehemaligen Jugendfreundes Rudi Smekal (Georg Friedrich) entkommen.

Das erinnert von ferne ausgerechnet an jene harmlosen Komödienstoffe, mit denen das Dritte Reich die Heimatfront zum Durchhalten animieren wollte (man denke nur an Erich Kästners "Die verschwundene Miniatur"). Bei Murnberger triumphiert schlussendlich der gewitzte Victor über seine arischen Henker. Und vielleicht ist es gerade jene märchenhafte Wendung und der offensichtliche Widerwillen des Regisseurs, seinen jüdischen Helden als wehrloses Opfer zu zeigen, dass man dem Film vieles verzeiht.

Unschuldiges Österreich?

Der Österreicher Murnberger hat sich bisher vor allem durch seine schwarz-humorigen "Brenner"-Verfilmungen einen Namen gemacht. Und auch dieses Mal kann er es nicht lassen, seinen Landsleuten den Spiegel vorzuhalten: Die offizielle Staatsdoktrin vom moralisch schuldlosen Austria, das von den bösen deutschen Nachbarn zum Mitmachen gezwungen wurde, sucht man im Film vergebens.

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