Mubarak sollte Macht abgeben

Herles' Notizen aus Berlin

Am Mittelmeer, also vor unserer Haustür, tut sich Ungeheures. Nach dem Sturz des Regimes in Tunesien ist Ägypten in Aufruhr. US-Präsident Obama hat den ägyptischen Präsidenten Mubarak aufgefordert, sein Land zu reformieren. Wer glaubt, der 82-Jährige sei dazu noch in der Lage, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Mubarak und andere autoritäre Herrscher der Region waren in den Augen des Westens Garanten der Stabilität. Und deshalb wurden alle Augen zugedrückt. Die Gefahr ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass radikale Moslems die Oberhand gewinnen, wenn die Diktatoren abtreten. Vor allem für Israel könnte die Lage brenzlig werden, wenn in Ägypten chaotische Verhältnisse herrschen.

Armut und Korruption bekämpfen

Noch ist nicht abzusehen, was die Proteste in Ägypten bewirken werden. Besser wäre es für alle, Mubarak würde die Macht jetzt friedlich an einen liberalen Politiker abgeben. Etwa an den Friedensnobelpreisträger El Baradei, den früheren Direktor der Internationalen Atomenergie-Behörde.

Gelingt solch ein Übergang nicht, haben die Islamisten alle Chancen. Es ist ja keineswegs ausgemacht, dass ein demokratisches Ägypten auch ein freies und liberales Ägypten sein wird. Auch wenn in Tunesien Islamisten keine Rolle spielten, ist die Frage nicht beantwortet, ob die Freiheit den Religiösen in die Hände spielt. Nur der, dem es gelingt, Armut, Arbeitslosigkeit und Korruption zu bekämpfen, hat die Chance auf einen friedlichen Wandel.

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