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Rettung der Innenstädte?

Die Idee der 15-Minuten-Stadt

Es ist eine Katastrophe mit Ansage: Das, was wir mal "Innenstadt“, "Fußgängerzone", "Einkaufsmeile" nannten, ist eine weitgehend bedrohte Spezies. Corona wirkt da nur als "Brandbeschleuniger".

Videolänge:
6 min
Datum:
21.05.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.05.2022

Wo man sich einst traf zum Shoppen und Flanieren, hat nun ein zunächst schleichendes, mittlerweile rasantes Geschäftssterben eingesetzt. Es herrscht Tristesse. Die erste Etappe dafür bildete vor ein paar Jahrzehnten die Phase der Einkaufszentren auf der grünen Wiese mir riesigen Parkplatz-Kapazitäten. Dann folgte der Online-Handel. Schließlich der Lockdown.

Was soll werden aus den Städten? Urbanität ist nach wie vor eine wichtiger Faktor städtischer Lebensqualität, aber es braucht neue Konzepte. Die Zeit der räumlichen Trennung von Wohnen, Arbeiten, Shopping, damit verbunden zunehmend unerträglichem Autoverkehr, sie ist vorüber. Der neue Mix für die Citys heißt Wohnen - bezahlbares Wohnen-, Gastronomie, Kultur, (grüne) Flächen der Begegnung plus Shopping.

Markig die Devise des französischen Stadtplaners Carlos Moreno. Sein Ziel: "Die 15- Minuten-Stadt". Güter und Dienste des alltäglichen Bedarfs sollen zukünftig in nicht mehr als 15 Minuten per Fahrrad erreichbar sein. In Nantes, ca. 350.000 Einwohner, eine gute Stunde von Paris, gibt es bereits ein "15-Minuten-Quartier". Und im katalonischen Barcelona arbeitet man derweil an "Super-Blocs": Mehrere Straßenzüge zusammengefasst, verkehrsberuhigt, teils autofrei und mit Flächen für Begegnung und Einkauf. Die Bewohner, anfangs skeptisch, sind begeistert.

Auch ein Blick nach Südhessen lohnt: In Hanau hat man bereits vor ein paar Jahren die düsteren Zeichen der Zeit erkannt: ein leerstehendes Kaufhaus wurde wieder belebt, unter anderem mit Einrichtungen wie einer Bibliothek. Ein leerstehendes Ladengeschäft in der (noch) tristen Meile wird dieser Tage zum Kulturkaufhaus. Gleich nebenan unterhält die Stadt seit kurzem einen "Pop-Up-Shop" für Start-Ups verschiedenster Couleur.

Und auf dem riesigen Gelände der ehemaligen US-Kaserne entstand bezahlbarer(!) Eigentums-Wohnraum. Hanau boomt, verzeichnet in den letzten Jahren einen erheblichen Zuwachs an Bevölkerung.

Grundsätzlich zeigt sich: Lösungen bei den "Kräften des Marktes" zu suchen genügt nicht mehr. Kommunen können sich nicht weiterhin überwiegend auf ‚Verwalten‘ konzentrieren, sondern müssen eingreifen und lenken, Visionen entwickeln, gemeinsam mit all denen, die an gelebter Urbanität, an ökologischer wie auch ökonomischem Überleben der Innenstädte interessiert sind.

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