Rettung durch Musik

Komponist Helmut Oehring - geboren "ohne Stimme"

Helmut Oehring, 1961 als Kind gehörloser Eltern in Ost-Berlin geboren, wächst in seinen ersten Lebensjahren gänzlich ohne Sprache heran. Er spricht ausschließlich in Gebärden - bis ihn das Jugendamt in den Kindergarten steckt, damit er "richtig sprechen" lernt.

Helmut Oehring
Helmut Oehring Quelle: Randomhouse/ Jens Oellermann

Als der Junge in die Schule kommt, beginnt für ihn ein Albtraum: Helmut Oehring ist anders, er spricht anders, denkt anders, verhält sich anders. Schnell wird er zum Gespött der Klasse.

Musik wird für ihn zur Sprache

Oehrings Kindheit - aufgeteilt in zwei Welten - ist für ihn eine einzige Tortour. Schwer vorstellbar: Selbst vollkommen desorientiert, muss der Junge die Stimme seiner taubstummen Eltern sein. Er soll Sachverhalte übersetzen, Dinge erklären, die er selbst nicht versteht. Niemand erhebt die Stimme für den Heranwachsenden. In seiner Verzweiflung schießt er schließlich mit einem Luftgewehr auf Passanten und will vom Balkon springen.

Doch dann geschieht das Wundersame: Wenig später entdeckt Helmut die Musik für sich. Rein zufällig. Sie wird ihm zur "Retterin", zu seiner "Sprache". Das Gitarrenspiel bringt er sich selbst bei, später auch das Komponieren. Heute gehört Helmut Oehring zu den wichtigsten Komponisten Neuer Musik seiner Generation.

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