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Skandal um den Aufbau Verlag

Der Prozess Lunkewitz

Wirtschaftskrimi, Wiedervereinigungs-Satire, Verschwörungsthriller - der Fall des Aufbau Verlags nach dem Mauerfall ist eine Geschichte, in der all das nicht genau auseinanderzuhalten ist.

8 min
8 min
28.05.2021
28.05.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.05.2022

Es ist eine Art "Post-Wende-Skandal", der sich bis heute hinzieht. Kurz nach dem Mauerfall erwarb der Frankfurter Immobileinmillionär Bernd F. Lunkewitz den renommierten "Aufbau Verlag" – für Jahrzehnte das literarische Aushängeschild des untergegangenen anderen deutschen Staates.

Der Deal hatte allerdings nicht nur einen, sondern gleich zwei Haken. Zum einen: Lunkewitz wusste zum Zeitpunktes des Erwerbs nicht, dass er ein kriminell vorbelastetes Haus von der Treuhand erworben hatte, denn Aufbau hatte über Jahre ‚Plusauflagen‘ verkauft, also mehr Ausgaben von (West-)Büchern als von den Originalverlagen lizensiert waren.

Bei der Treuhand wusste man bei Vertragsabschluss davon – Käufer und Neuverleger Lunkewitz wurde allerdings nicht informiert. Damit nicht genug: Erst einige Jahre und erfolglose Reklamationen später musste Lunkewitz auch noch erfahren, dass er den Verlag seinerzeit gar nicht hätte von der Treuhand kaufen können, denn diese war damals überhaupt nicht im Besitz des Verlages – sondern im Besitz des DDR-Kulturbundes. Davon wiederum wussten zwar verantwortliche Kulturpolitiker der Staatsführung – suchten aber einen 'sehr schnellen Dienstweg', um den Verlag via Treuhand aus einer drohenden Insolvenz in die Hände eines westlichen Unternehmers zu retten.

Mit anderen Worten: Lunkewitz hatte, so ein Regierungssprecher Jahre später, de facto "eine leere Hülle" erworben. Seither kämpft der damalige Investor und Verleger vor Gericht gegen die Nachfolger der Treuhand – und letztendlich gegen die BRD. Es geht um die höchstrichterliche amtliche Feststellung der längst bekannten Sachverhalte sowie die Anerkennung eines Anspruches auf einen Schadensersatz in Millionenhöhe.

Schon fünfmal wurde dieser Gerichtstermin mehr oder weniger ohne Begründung abgesagt – am 9. Juli 2021 soll er nun tatsächlich stattfinden. "Postwendend", wenn man so will.

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