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Das Ideal der Transparenz

Die Neue Nationalgalerie in Berlin - Mies van der Rohes Bau restauriert; Austellung Alexander Calder - Die Kunst des labilen Gleichgewichts; Politik und Transparenz - Vertrauen durch Offenheit?; Musik: K.I.Z

43 min
43 min
20.08.2021
20.08.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.08.2022

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

Mies van der Rohes Bau restauriert

Die Neue Nationalgalerie wird nach sechs Jahren wiedereröffnet. Mies van der Rohe hatte sie in Berlin 1968 als persönliches Vermächtnis und Ikone hinterlassen. Das gesamte Gebäude wurde akribisch in den Urzustand versetzt. Oberflächen und Technik wurden so restauriert, dass Besucher nichts davon sehen. Aber ganz viel spüren. Das verdankt sich der akribischen Arbeit von Architekt David Chipperfield, der mit seinem Team jedes Detail bedacht hat und architektonisch nur im Untergeschoss bei der Garderobe und dezenten Erweiterungen eingegriffen hat. Selbst die 1600 qm-Glasfassade wurde nicht auf Hightech getrimmt, sondern denkmalgerecht modernisiert, um die Wirkung des Baus zu erhalten. In der Neuen Nationalgalerie fanden in 50 Jahren spektakuläre Ausstellungen statt - von Andy Warhol bis Vanessa Beecroft, von Jenny Holzer bis Gerhard Richter oder Thomas Demand. David Chipperfield, Vanessa Beecroft und Thomas Demand sprechen mit aspekte über die Einmaligkeit dieses Bauwerks, das weit mehr als ein Museum ist.

Sammlung der Nationalgalerie

Die Kunst der Gesellschaft

Katty Salié und Künstlerin Rosa Barba in der Neuen Nationalgalerie
Katty Salié und Künstlerin Rosa Barba in der Neuen Nationalgalerie
Quelle: ZDF/Jula Hoepfner

Während draußen Großskulpturen den ikonischen Bau von Mies van der Rohe umspielen und oben in der Halle Calder tanzt, führt der Weg in den 4500 Quadratmeter großen unteren Ausstellungsraum in die Zeit von 1900 bis 1945. Die Schau "Kunst der Gesellschaft" zeigt nach sechs Jahren Pause 250 Arbeiten von Kubismus bis Expressionismus. Gespickt mit Wiederentdeckungen, die den Fokus auf Namen wie Lotte Laserstein oder Sascha Wiederhold lenken. Sie glänzen zwischen Delaunays Eiffelturm oder selten gezeigten Gemälden von Edward Munch und Klassikern von Dix und Beckmann. Ein kunsthistorischer Parcours, der den unteren Ausstellungsraum klassisch präsentiert und auch architektonisch strahlen lässt. Der Blick auf die Sammlung der Nationalgalerie wird historisch geschärft. Am Ende gibt es außerdem noch eine zeitgenössiche Überraschung.

Ausstellung Alexander Calder

Die Kunst des labilen Gleichgewichts

Mit der Erfindung seiner heiteren und schwebenden Mobiles hat Alexander Calder als erster Künstler die Skulptur vom Boden gelöst. Dadurch gelang es ihm, für die Kunst der Moderne eine neue, gültige Form zu schaffen. Auch mit seinen monumentalen, durchschreitbaren Stabiles hebelte er die Gesetzte der Schwerkraft aus. Seine transparenten, durchlässigen und beweglichen Werke ermöglichten den Betrachtern so ein völlig neues Kunsterlebnis: Skulpturen spielerisch zu entdecken, sich in ihnen, mit ihnen zu bewegen - und von ihnen bewegen zu lassen. Heute gilt Alexander Calder deshalb als beliebtester Bildhauer der USA - und als Meister des labilen Gleichgewichts.

Gespräche und Musik

K.I.Z mit "Mehr als ein Fan" ("Rap über Hass"-Tourdaten 2022)

Im Gespräch: Clara Helming von "Abgeordnetenwatch", Künstlerin Rosa Barba und Kuratorin Maike Steinkamp

Politik und Transparenz

Vertrauen durch Offenheit?

Transparenz ist in der Politik schon länger das Schlagwort der Stunde: eine Art Universallösung für Krisen der Demokratie. Die Antwort auf Maskendeals, zunehmenden Lobbyismus von Abgeordneten und undurchsichtige Interessen- und Einflussnahme. Ein neues Lobbyregister und ein neues Abgeordnetengesetz sind gerade auf den Weg gebracht. Die Hoffnung: Mit mehr Transparenz hätten Bürger*innen mehr Einblick in die politischen Prozesse, könnten sich mehr beteiligen. Und "Transparenz schafft Vertrauen" heißt es sowohl auf vielen Wahlplakaten als auch bei NGOs oder auf der Webseite des Bundestages. Aber ist das wirklich so? Kann Transparenz diese Versprechen wirklich einlösen? In der Wissenschaft gilt diese Wirksamkeit von Transparenz längst als fragwürdig. Mit Vertrauen hat das Konzept der Transparenz in der Politik tatsächlich wenig gemein. Und sie hat oft Konsequenzen, die nicht mitbedacht werden. Wo ist sie unbedingt geboten und sinnvoll, wo stößt sie an ihre Grenzen und weckt falsche Hoffnungen?

Blockchain und Bitcoins

Vertrauen durch Verschlüsselung?

An Geld muss man glauben. Wenn nicht - schwindet das Vertrauen -, ist es futsch. Lange her, dass hinter jeder Note, jeder Münze eine Sicherheit in Gold lag. Heute ist Geld wahlweise ein Stück Papier oder ein paar Gramm Metall. Der Rest ist 'dran glauben'. Und nun auch noch Bitcoins. Seit mehr als zehn Jahren sorgt diese neue Krypto-Währung für Schlagzeilen – meist wenn die Kurse mal wieder drei- bis vierstellig nach oben oder unten gehen. Entscheidend ist die Technologie hinter Bitcoins - wie auch diversen anderen neuen, ausschließlich digitalen Währungen: die Blockchain. Vereinfacht gesagt geht es dabei nicht nur um Bitcoins, sondern um eine dezentrale, fälschungssichere Dokumentation von Transaktionen auf einem Netzwerk tausender Computer, transparent und fern der Strukturen von Zentralbanken oder Regierungen. Längst werden mit Hilfe der Blockchain-Technologie Hilfsgelder an Flüchtlingslager ohne den üblichen "Schwund" direkt überwiesen. Andererseits verweisen Kritiker auf das Potential zum Gegenteil von Transparenz: kriminelle Machenschaften - erleichtert durch bestens verschlüsselte Geldströme.

Stab

  • Moderation - Katty Salié
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