Überraschend neu

Neuinszenierung von "Tannhäuser" in Bayreuth

Die 100. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth werden am 25. Juli mit einer Neuinszenierung des "Tannhäuser" eröffnet. Sie liegt in den Händen von zwei Bayreuth Neulingen. Thomas Hengelbrock dirigiert. Sebastian Baumgarten führt Regie.

Beide haben anderenorts durch unkonventionelle Arbeiten der Gattung Oper neue Aufmerksamkeit beschert, entsprechend hoch sind die Erwartungen. "Tannhäuser" behandelt ein Urmotiv der Kunst: das Hin- und Hergerissensein zwischen Genuss und Askese, Dionysischem und Apollinischem, Exzess und Kontrolle.

Wie übersetzt man das in die heutige Zeit? Exzesse gibt's nicht mehr - beziehungsweise haben wir sie unter Kontrolle. Venus im Luxusbordell, zu Wagners Zeiten vielleicht ein Skandal, heute Abendunterhaltung für Versicherungsvertreter.

Venusberg statt Wartburg

Statt Wartburg und Venusberg gibt es deswegen ein überdimensionales Chemielabor auf der Bühne. Der holländische Künstler Joep von Lieshout hat eine Recyclinganlage gebaut. Ein Alkoholator sorgt für einen ausgeglichenen Rauschpegel. Biogas für Erfrischung. Fäkalien und überschüssige Triebenergien werden umweltschonend entsorgt.

Thomas Hengelbrock im aspekte-Interview Quelle: ZDF

Die Menschen agieren wie ferngesteuert. So jedenfalls der flüchtige Probeneindruck. Emotionen gibt es nur noch in der Musik. Den Menschen scheinen sie weitestgehend ausgetrieben. Den Premierengästen am Montag steht möglicherweise ein ganz schöner Schock bevor. Ob sie sich wiedererkennen?

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