Venedigs Gondoliera

Eroberung einer Männer-Bastion

Nach neun Jahrhunderten ist in Venedig eine Bastion gefallen. Zum ersten Mal rudert eine Frau als "Gondeliere" über den Canal Grande.

Die Mutter zweier Kinder steht ganz offiziell in der Liste der venezianischen Gondolieri und rudert, zunächst als zweiter Gondoliere, sozusagen als "Kopilotin", im Boot.

"Für eine Frau ungeeignet"

Viele männliche Kollegen beobachten Giorgia Bascolo in ihrem Job mit gemischten Gefühlen. Auch Giorgias Vater hat Probleme mit der Berufswahl seiner Tochter. Er ist ebenfalls Gondoliere, hat aber die Ambitionen Giorgias nicht unterstützt: "Ich bin stolz auf sie, bleibe aber der Ansicht, dass der Gondoliere-Beruf für eine Frau ungeeignet ist."

"Ich bin ich sehr froh, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte. Ich hoffe, dass ich bald Kolleginnen haben werde", so Giorgia Boscolo. Der Streit um die Berufszulassung hat durchaus auch materielle Gründe: Bis zu 5.000 Euro verdienen die Männer in den traditionellen Matrosenhemden in der Hochsaison pro Monat. Über 400 Gondolieri befahren mit ihren schwarzen Barken die venezianischen Kanäle - eine 50-Minuten-Tour kostet über 70 Euro.

Ein Jahr unter Männern

Luzia Braun ist mit Giorgia Boscolo durch Venedigs Kanäle geschippert und hat die 25-Jährige nach ihren Erfahrungen im ersten Jahr als geprüfte Gondoliera befragt.

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