Verrückt nach Geschichten

Hallgrimur Helgason und Kristin Steinsdottir im Portrait

Es kommt nicht auf die Größe eines Landes an, sondern auf die Kunst, großartige Geschichten zu erzählen, sagen die Isländer. Es ist kein Klischee. Die Bewohner der Nordkap-Insel können Geschichten erzählen wie kein anderes Volk. Jeder zweite Isländer versteht sich als Romanautor.

Hallgrimur Helgason
Hallgrimur Helgason

42 Verlage veröffentlichen jedes Jahr 1.500 Titel. aspekte stellt beispielhaft zwei künstlerische Multitalente vor: Hallgrimur Helgason hat in München, Paris und New York Malerei studiert, er ist Standup-Comedian und Islands berühmtester Popliterat.

Schrulliges und Tabuisiertes

Hallgrimur beschreibt in seinen Kultbüchern schrullige Außenseitertypen ("101 Reykjavik"). In seinem neuesten Roman "Die Tausendgradfrau" erzählt er die Geschichte von Herra, die in einer Garage lebt, sieben Zigaretten am Tag pafft und auf ihr langes Leben zurückblickt. Kratzbürstig wettert die alte Dame gegen sich selbst, die Männer und den Rest der Welt.

Die Autorin Kristin Steinsdottir kann singen, war viele Jahre erfolgreichste Kinderbuchautorin des Landes und ist Vorsitzende des Schriftstellerverbandes. In ihrem neuen Roman "Im Schatten des Vogels" bricht sie ein jahrzehntealtes Tabu der Isländer. Sie erzählt von der "Narrenkiste". Das waren enge Holzkisten, in die Familien ihre nervenkranke oder depressive Angehörige sperrten.

"Sammlung von Verrückten"

Die Frankfurter Buchmesse kann sich auf einen besonders lebendigen und spannenden Auftritt isländischer Autoren freuen, auf diese "Sammlung von Verrückten am äußersten Rand des Weltmeers", so Hallgrimur Helgason. Es sind starke Geschichten, glänzend erzählt.

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