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Vertrauen - wie schaffen wir das?

aspekte am 10. September 2021 - mit Jo Schück

Vertrauensverlust in Afghanistan - Das Engagement der Zivilgesellschaft; Dokfilm "Hinter den Schlagzeilen" - Wie Medien Vertrauen schaffen; Florian Klenks "Bauer und Bobo" - Wie aus Wut Freundschaft wurde; Musik: Dota

45 min
45 min
10.09.2021
10.09.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.09.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Vertrauensverlust in Afghanistan

Das Engagement der Zivilgesellschaft

Mit dem Abzug der Bundeswehr ist viel Vertrauen verspielt worden. Wie sehen das Afghanen, die es nach Deutschland geschafft haben? Jo Schück spricht mit Geflüchteten im Übergangslager Marienfelde, mit einer Mutter, die für Frauenrechte in Afghanistan gekämpft hat und mit einer ehemaligen Ortskraft. Ihre Erlebnisse zeigen eindrücklich, dass der Staat viel zu spät mit der Evakuierung begonnen hat. Die daraus folgende humanitäre Katastrophe wollen Akteure der Zivilgesellschaft nicht hinnehmen: die Regisseurin Theresa Breuer hat in Afghanistan einen Dokumentarfilm über Bergsteigerinnen gedreht und war Mitorganisatorin der "Kabul Luftbrücke". Jo Schück trifft auf der Pressekonferenz der "Kabul Luftbrücke" die Regisseurin Feo Aladag, deren Spielfilm "Zwischen Welten" von einer Ortskraft der Bundeswehr erzählt.

Dokfilm "Hinter den Schlagzeilen"

Wie Medien Vertrauen schaffen

Missstände enthüllen, Fehlverhalten aufdecken - darum geht es Investigativ-Journalist*innen. Im Dokumentarfilm "Hinter den Schlagzeilen" treffen Redakteur*innen Whistleblower*innen, gehen Hinweisen nach, recherchieren vor Ort. Häufig arbeiten Teams mehrerer deutscher und österreichischer Medien in langwierigen Recherchen an einem Thema zusammen. Die SZ öffnet für den Film erstmals die Tür zu ihrem Investigativ-Ressort und erlaubt einen Einblick in die sonst geheime Arbeit. Je brisanter das vermeintlich belastende Material, desto genauer gilt es, zu prüfen: Sind die Vorwürfe berechtigt, ist das Material echt? Nichts wäre für das Ergebnis der Investigativ-Recherche schädlicher, als instrumentalisiert worden oder sogar Fake News aufgesessen zu sein und diese weiter zu verbreiten. Jo Schück spricht mit den beiden Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier über das, was im seriösen Journalismus möglich ist und wie notwendig Vertrauen gegenüber den eigenen Quellen ist.

Musik und Gespräch

Jo Schück und Jutta Allmendinger
Jo Schück und Jutta Allmendinger
Quelle: ZDF/Jula Hoepfner

"Die Vertrauensfrage" - Soziologin Jutta Allmendinger im Gespräch

Musik: Dota mit "Ich halte zu dir"

Florian Klenks "Bauer und Bobo"

Wie aus Wut Freundschaft wurde

Es beginnt mit einem Talkshow-Auftritt des "Falter"-Chefredakteurs Florian Klenk. In einer TV-Sendung äußert er sich über Landwirte und ihre Verantwortung, wie er sie sieht. Daraufhin schreibt ihm ein österreichischer Bauer einen wütenden Brief und beschwert sich über die Ahnunglosigkeit der 'Bobos' aus der Stadt über die Situation auf dem Land unter dem Druck der heutigen Lebensmittelindustrie und politischer Vorgaben. Klenk lässt den Vorwurf nicht auf sich beruhen und beschließt, sich einen Eindruck mit eigenen Augen zu verschaffen. Er besucht den Bauern mehrfach, und die beiden so gegensätzlichen Menschen werden Freunde. Klenk hilft sogar mit einer Spendenaktion, den akut in seiner Existenz bedrohten Hof zu retten. Ein Musterbeispiel über vertrauensbildende Maßnahmen und dafür, wie man Menschen wieder an einen Tisch bringt.

Lukas Rietzschels Roman "Raumfahrer"

Vom Verlust aller Gewissheiten

"Raumfahrer" tauft Lukas Rietzschel die Anwohner seines Kosmos - das Städtchen Kamenz inmitten der Lausitz. Das "Tal der Ahnungslosen" ist nicht zu fern. In manchen Medien wird Rietzschel längst als neue, junge Stimme des Ostens ausgemacht. Seine "Raumfahrer" sind alles andere als unbeschwert: Es fehlt ihnen an Orientierung, Identität, gestern und heute, vorher, nachher, und – was war eigentlich dazwischen? Nachkriegszeit, Nachwendezeit – in Kleingartensiedlungen, auf trostlosen Parkflächen und verwaisten Brachen untergegangener Industrien der Region verortet er seine Hauptfigur Jan. Jan ist Pfleger, beschäftigt in einem nur noch als Hülle vor sich hinsiechenden Hospital. Das Verhältnis zu den Eltern einigermaßen schwierig und voller unausgesprochener Wahrheiten, er selbst raumfahrend zwischen den Generationen, zwischen Stasi und auf Blüte wartenden Landschaften, das Lieben fällt ihm schwer. Woher Zuversicht nehmen, wo Vertrauen tanken, Selbstvertrauen allemal? Und dann tauchen auch noch Georg Baselitz und dessen Familie auf, der weltberühmte Malerstar ist auch ein Kind der Gegend, noch "vor der Mauer" geflüchtet in den Westen. Seine Figuren sind berühmt dafür, auf dem Kopf zu stehen, aus vielen seiner Bildern spricht eine Tristesse, die Autor Rietzschel kunstvoll zu verweben weiß mit den Raumfahrern aus der Lausitz. Wem sollen sie vertrauen, wo sollen sie sich verorten, wenn über Generationen weder die eigene Familie noch der Nachbar, auch nicht die Regierenden sich dessen würdig erweisen. Aber: Diese "Raumfahrer" geraten trotz all dem nicht zu einem sozialpolitischen großen Lamento, vielmehr sind sie ein bildhaftes, sehr gegenwärtiges literarisches Erlebnis.

"Raumfahrer" - ein Roman von Lukas Rietzschel
Quelle: ZDF

Stab

  • Moderation - Jo Schück

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