Warum hat China Angst vor Ai Weiwei?

Analyse eines Staatsfeindes und Superstars

Das Schicksal des Künstlers Ai Weiwei bekommt derzeit weltpolitische Bedeutung. Beinahe verdrängt es die Nachrichten um Fukushima und Libyen. Sogar US-Präsident Obama hat die Verhaftung angeblich kritisiert, genau wie die Briten. Das Europaparlament berief eine Dringlichkeitssitzung ein.

In Deutschland schlagen die Wellen der Empörung vor dem Hintergrund der gerade eröffneten Aufklärungs-Ausstellung in Peking hoch. Außerdem wollte Ai Weiwei, der derzeit berühmteste chinesische Künstler, ein großes Atelier in Berlin beziehen. Am Sonntag ist er verhaftet worden. Erst gestern, Donnerstag, gab es offizielle Statements von der chinesischen Regierung. Man wirft ihm "Wirtschaftsverbrechen" vor. Der Fall habe "nichts mit Menschenrechten" zu tun.

Künstlerischer Heilsbringer

Vorher war in einem Regierungsblatt geäußert worden, "niemand habe die Macht, eine Nation dazu zu bringen, sich an seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen anzupassen". Das Benehmen des Westens sei, ein "Versuch, das Wertesystem der Chinesen zu verändern".

Dissidenten einzusperren, auch wenn die westliche Welt lauthals protestiert - das war für China auch im Fall des aktuellen Literaturnobelpreisträgers Liu Xiaobo und zahlreicher Dissidenten kein Problem. Ai Weiwei ist ein Phänomen, das mit seinen Aktionen fast den Status eines künstlerischen Heilsbringers wie Joseph Beuys oder eines religiösen Führers wie des Dalai Lama erlangt hat.

Zerstörung von Werk und eigener Person

Er riskiert die Zerstörung nicht nur seines Werkes, sondern auch der eigenen Person. Warum versetzt sein Engagement die Kommunistische Partei derart in Angst? aspekte versucht eine Analyse des Künstlers und seines Landes.

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