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Haben oder Sein

Konsumgesellschaft im Wandel

Konsum oder Verzicht. Warum kaufen so gut tut; Film "Wer wir waren"; Einfach mal die Welt retten - wie soll das denn gehen?; Anders leben - nachhaltige Zukunftsprojekte; Seiner Zeit voraus - Joseph Beuys zum 100.; Musik: London Grammar

44 min
44 min
16.04.2021
16.04.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.04.2022

Einfach mal die Welt retten

Wie soll das denn gehen?

Jo Schück und Bestseller-Autor Frank Schätzing im Gespräch
Jo Schück und Bestseller-Autor Frank Schätzing im Gespräch
Quelle: Jula Hoepfner

Der Klimawandel gleicht schon längst einem apokalyptischen Thriller – Eisberge schmelzen, der australische Busch brennt, Korallenriffe sterben, Länder versteppen. Frank Schätzing schreibt in seinem Buch "Was, wenn wir einfach die Welt retten?" den aktuellen Zustand des Planeten bis zum Untergang fort – allerdings nur in einem Kapitel. Der Besteller-Autor belässt es beim Skizzieren des Klima-Thrillers und widmet sich wissenschaftlich fundiert, aber immer klar verständlich den Ursachen und Auswirkungen der menschengemachten Erderwärmung und macht zukunftsorientierte Vorschläge, wie wir das Schlimmste vielleicht noch verhindern können.

Der Film "Wer wir waren"

Was wir auf der Erde hinterlassen

Was werden zukünftige Generationen über uns denken, wenn wir bereits Geschichte sind? In seinem Film "Wer wir waren" – inspiriert von einem nicht fertiggestellten Buch von Roger Willemsen – blickt Regisseur Marc Bauder mit sechs Wissenschaftler*innen aus Natur, Wissenschaft und Technologie auf den gegenwärtigen Zustand der Welt und mit ihnen in die Zukunft. Er begleitet unter anderem die Ozeanologin Sylvia Earle in die Tiefen des Meeres und den Astronauten Alexander Gerst ins Weltall. Der Film erforscht in starken Bildern und intensiven Gesprächen Visionen und Chancen der Menschheit und ihrer Lebensräume. Die Botschaft: Wir selbst haben es in der Hand, wer wir sind, wenn wir unsere Verbundenheit, unsere Gemeinsamkeit, unser "Wir" erkennen.

Konsum oder Verzicht

Warum kaufen so gut tut

Eine Reise mit dem Historiker Frank Trentmann ("Die Herrschaft der Dinge") durch die Geschichte des Konsums: Von den italienischen Stadtstaaten der Renaissance, über die prunkvollen Welt der Warenhäuser bis hin zu unserer(n) globalen Konsumgesellschaft(en). Der Konsument* ist einen weiten Weg gegangen und hat mit Hilfe seines Geldbeutels auch unsere bestehende soziale Ordnung gestaltet. Heute besitzt der/die Deutsche durchschnittlich 10.000 Gegenstände. Oder besitzen die Dinge am Ende ihn bzw. sie?

Konsumieren ist in Verruf geraten, steht inmitten eines ideologischen Kreuzfeuers zwischen linker Konsumkritik und liberalem Lobgesang auf die Wahlfreiheit. Von der Ausbeutung endlicher Ressourcen, über Umweltverschmutzung und Klimawandel bis zur Ungleichheit der globalen Weltordnung: Alles Elend dieser Welt, sagen die Kritiker*innen, lässt sich letztlich auf den Egoismus der Konsumierenden zurückführen. Dabei steht die aktuelle Konsumkritik in einer langen Traditionslinie, die über Adorno, Marx, Rousseau, Augustinus bis zu Plato zurückreicht. Womit die Konsumkritik (und viele ihrer Argumente) deutlich älter sein dürfte als das Phänomen des Konsumierens selbst. Denn wann aus dem homo sapiens ein homo consumens wurde, ist umstritten.

Musik:

London Grammar mit "How does it feel"

Anders leben

Nachhaltige Zukunftsprojekte

Nicol Froning kauft nie Obst und Gemüse. Sie 'containert' und isst nur das, was sie in den Mülltonnen eines Supermarktes findet. Auf ihrem Youtube-Kanal mit immerhin 70.000 Abonnenten erzählt sie sehr glaubwürdig davon, dass sie keine Ressourcen verschwenden will und wie gut sich ihr minimalistischer Lebensstil anfühlt. Die Biomarktregale werden immer breiter, der Zuwachs bei Naturkosmetikprodukten liegt im zweistelligen Bereich, über 20 Prozent der Haushalte nutzen Ökostrom. "Unternehmen sollten diesen Trend nicht verpassen", sagt Meike Gebhard, Gründerin der Internetplattform "Utopia", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über nachhaltige Produkte zu informieren. Inzwischen hat die Seite einen Traffic von 10 Millionen Klicks im Monat. Allerdings: Was ökologische Kleidung angeht, liegt deren Verkaufsanteil bislang noch bei unter einem Prozent. Daran will Marie Nasemann etwas ändern. Früher jettete sie als Model um die Welt, jetzt zeigt sie auf ihrem Blog "Fairknallt" und auf Instagram ihren 165.000 Follower*innen, dass faire ökologische Mode nichts mit schratigen Kratzpullis zu tun haben muss. Bislang verbrauchen die Deutschen so viele Ressourcen, dass die Menschheit drei Erden benötigte, wenn die ganze Welt in diesem Ausmaß konsumieren würde.

Seiner Zeit voraus

Joseph Beuys zum 100.

Was ist der Unterschied zwischen einer lebenden Legende und einer toten? Die Fähigkeit eines Menschen, Bleibendes zu hinterlassen. Joseph Beuys wäre 2021 100 Jahre geworden. Sein revolutionäres Gebaren und seine euphorische Sprache sowie Hut und Weste sind immer noch präsent. Und die Behauptung, jeder Mensch könne ein Künstler sein - das wohl am meisten missverstandene Zitat der Kunstgeschichte. In seiner Kunst ist Beuys kein Verschwender von Material gewesen. Er hat nicht, wie viele andere, Werke aus Bronze oder hochwertigen Materialien geschaffen, damit niemand sie zerstören kann. Er hat Werke geschaffen, die mit sehr armen Materialien auskommen - mit Fett, mit Filz und Dingen, die normalerweise als Müll gelten. Arme Kunst, sozusagen - die zeigt, dass man mit sehr wenig sehr viel bewirken kann.

Stab

  • Moderation - Jo Schück
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