Wie der Vater so die Tochter?

Stings Tochter Coco veröffentlicht ihr erstes Album

Die 20-jährige Coco Sumner hat ein Problem, das vermutlich einige junge Menschen mit ihr teilen: Der Vater steht irgendwie im Weg. Sie möchte so gern als eigenständige Künstlerin wahrgenommen werden. Aber mal ehrlich - hätten wir sie getroffen, wenn sie nicht die Tochter von Gordon Matthew Sumner, besser bekannt als Musiklegende Sting, wäre?

Hätte sie schon mit 18 einen Platten-Vertrag über drei Alben in der Tasche gehabt? Vaterproblematik der anderen Art. "Das ist sehr frustrierend", beschwert sich Coco, "denn mein Vater hat mit meiner Karriere so wenig zu tun wie ich mit seiner. Deshalb spielt es für mich einfach keine Rolle. Immer nur die Tochter von Sting zu sein, nervt manchmal."

"Eine geheime Affäre mit der Musik"

Ganz wie der Papa ist ihre elektronische Pop-Musik nun wahrlich nicht - aber diese düstere, kehlige Stimme - selbst wenn ihre Musik anders ist - erinnert schon an den Vater, Ex-Frontmann von "The Police". Sie gibt sich gern schüchtern, das mag durchaus echt sein, denn Coco, die eigentlich Eliot Pauline Sumner heißt, ist ohne Medienrummel aufgewachsen. Als eines von sechs Geschwistern wurde sie behütet auf dem Land im Süden Englands groß. Mit vier greift sie zur Gitarre, im Hause Sumner wohl kaum Mangelware, und mit 13 schreibt sie erste Songs. Aber statt Musik vom Vater, imitiert Coco lieber die Sex Pistols.

Als Jugendliche habe sie nur für sich selbst, allein im Zimmer, Musik gemacht, erzählt sie. "Ich wollte nicht, dass es irgendjemand hört. Mir war das fast peinlich, wie verliebt ich in die Musik war. Das sollte auch zuhause keiner wissen - das war wie so eine geheime Affäre." Ihre Songtexte sind düster, wie sie Teenies eben schreiben, Leiden an der Welt und an der Liebe. Es wird erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann, singt sie in ihrem Song "It's about to get worse". Auf ihrem ersten Album spielt sie selbst Gitarre, Schlagzeug, Bass und Klavier. "Die Musik hilft mir, mich auszudrücken, unter Menschen bin ich sonst eher gehemmt", so Coco.

Den Schatten des Vaters verlassen

Auf der Bühne ist davon nichts mehr zu spüren, da brüllt sie gern mal "How the fuck are you doing!" ins Publikum. Ihre Songs sind eingängige Popmusik, sehr gut gemacht und tanzbar - geschrieben hat sie sie selbst. Ihr Vater hat mit ihrem Plattendeal zwar angeblich rein nichts zu tun - aber wenn nur zehn Prozent aller Sting-Fans auch die Alben der Tochter kaufen wäre das schon ein verdammt gutes Geschäft. Wer könnte das einer Plattenfirma verdenken. Doch Coco Sumner hat noch ganz andere Pläne: Sie möchte Filmmusik komponieren. "Das ist für mich einer der anerkanntesten Bereiche in der Musik - weil man sich selber nicht so präsentieren muss und wie ein Depp verhalten soll. Da wirst du geachtet für die Musik, die du machst und nicht dafür, wer du bist."

Coco möchte den Schatten ihres Vaters verlassen und würde deshalb nie mit ihm auftreten wollen. Ihr Album hat sie ihm vor ein paar Monaten geschickt. Er fand es gut, sagt sie. Auch dass sie die Schule vor dem Abschluss geschmissen hat, habe er akzeptiert. Nur einen Rat habe er ihr gegeben, sagt Coco und es sieht aus, als wolle sie ihn auch befolgen: "Er sagte, sei pünktlich, sei nett und bau keinen Scheiß." Das hätte wohl von fast jedem Vater kommen können.

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