"Wir haben die Schnauze voll"

Dichter mobilisiert Mexiko gegen den Drogenkrieg

97 Tote an einem Wochenende. 97 Opfer des so genannten Drogenkrieges in Mexiko. 40.000 in fünf Jahren, Tendenz steigend. Eine grausame Statistik für ein kulturell reiches Land, das sich in eine "Mafiakratie" verwandelt hat. Die Drogenkartelle massakrieren sich gegenseitig und werden von den Militärs bekämpft.

Der mexikanische Dichter Javier Sicilia
Der mexikanische Dichter Javier Sicilia Quelle: reuters

Täglich geraten Unschuldige zwischen die Fronten. Die Mexikaner leben in ständiger Angst, selbst Opfer zu werden. Javier Sicilia ist Dichter. Die Schergen eines Drogenkartells, die "Narcos" haben seinen Sohn im März mit Klebeband erstickt. Warum weiß niemand. Normalerweise werden diese Morde nie aufgeklärt, weil die Polizei korrupt ist und mit den Kartellen zusammenarbeitet.

Drogenkrieg in Mexico
Drogenkrieg in Mexico Quelle: ap

Sicilia teilt seine Trauer mit anderen Hinterbliebenen. Nach dem Tod seines Sohnes hat er eine Protestbewegung iniziiert, große "Prozessionen" und Buskaravanen durch das Land organisiert. Sogar Mexikos Präsident Calderón kann diese Bürgerbewegung nicht mehr ignorieren und redet mit dem Dichter. Sicilia als Persönlichkeit aus der Kultur versucht, die Kraft der Verzweiflung in positive Energie zu verwandeln für den Kampf gegen einen unausgesprochenen "Bürgerkrieg" in seinem Land.

"Zu Feiglingen geworden"

Die Vorstellungskraft der Politiker reiche nur für Waffen, sagt er, "daher verachteten sie Bildung, Kultur und Arbeit". Wegen Korruption, Machtgier und Ignoranz seien die Mexikaner nur noch Lebewesen, "die vergewaltigt, entführt, misshandelt und straffrei getötet werden" könnten. Den Drogenkartellen wirft er den Verlust ihres Ehrenkodexes vor: "Sie sind zu Feiglingen geworden, wie die elenden Nazi-Sonderkommandos." Aspekte fragt: Kann Sicilias Bewegung Mexiko aus der Schockstarre führen und den Kampf gegen die enthemmte Gewalt gewinnen?

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