Yelling to the Sky

Sozialdrama mit schwachem Drehbuch

In ihrem ersten Film verarbeitet die New Yorker Regisseurin Victoria Mahoney ihre eigenen Erfahrungen. Eine Familie lebt in einem Arbeiterviertel der unteren Mittelschicht irgendwo in den USA. Im Zentrum steht die 17-jährige Sweetness O'Hara (Zoe Kravitz), die es wirklich nicht leicht hat.

Ihr irischstämmiger Vater ist weiß, die Mutter schwarz - den schwarzen Gangs in ihrer Gegend ist sie daher nicht schwarz genug. Sie wird auf der Straße von einer Bande um die gewichtige Latonya (Gabourey Sidibe aus "Precious") angegriffen und schwer verprügelt. Ihr Vater ist ein unberechenbarer, gewalttätiger Säufer, die Mutter, zu der Sweetness ein inniges Verhältnis hat, ist psychisch krank und keine Stütze. Ihre wenig ältere Schwester steht mit einem Baby vor der Tür, nachdem ihr Freund sie geschlagen hat. In der Schule muss sie sich gegen Angriffe wehren.

Entwicklungen nicht nachvollziehbar

Sweetness geht dazu über, sich zu wehren, aggressiver zu werden und gleitet unvermittelt in eine kriminelle Laufbahn ab. Sie dealt mit Drogen, klaut, prügelt - will nicht länger Opfer sein. Ihr Vater, der plötzlich Verantwortungsgefühl entwickelt, ist besorgt über den Absturz seiner Tochter, will sie vor dem Einfluss ihrer neuen Freude schützen. Und auch Sweetness besinnt sich, will weg aus der Gegend, aufs College, ein neues Leben beginnen. Ob sie es schafft, bleibt offen.

Das Sozialdrama ist recht genau beobachtet, mit sehr guten Darstellern, allen voran die überzeugende Zoe Kravitz -Tochter von Lenny Kravitz. Das Drehbuch allerdings weist arge Schwächen auf. Die Charaktere entwickeln sich nicht nachvollziehbar, viel zu viel wird nur behauptet und nicht begründet.

Überflüssig

Regisseurin Mahoney sagte auf der Pressekonferenz, dass Leute, die unter ähnlichen Umständen aufgewachsen seien, das schwankende Verhalten der Figuren sofort begriffen hätten. Aha. "Yelling to the Sky" ist ein Genrefilm mit den üblichen Elementen - Gewalt, Drogen, Sex, Alkohol -, der in keiner Szene in die Tiefe geht oder den Zuschauer berührt - himmelschreiend überflüssig.

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