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Sendung vom 5. Juni 2020

Über aktuelle Bücher diskutieren Thea Dorn und Gäste

Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Juni-Ausgabe wieder zum munteren Disput mit drei prominenten Gästen: Juli Zeh, Sven Regener und Jan Fleischhauer. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.

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53 min
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05.06.2020
Video verfügbar bis 05.06.2021

Die vier Literaturexperten debattieren über die Bücher von Antonio Scurati, Rob van Essen, Susanne Kerckhoff und Cécile Wajsbrot.

Antonio Scurati

Antonio Scurati: "M. Der Sohn des Jahrhunderts"
Quelle: Klett-Cotta

"M. Der Sohn des Jahrhunderts", Klett-Cotta 2020.

Wie aus einem abgehalfterten Volksschullehrer der Prototyp eines europäischen Faschisten und Volksverführers wurde, das erzählt der Roman am Beispiel des italienischen Diktators Benito Mussolini. Als Trilogie angelegt, wird der Aufstieg eines durch und durch skrupellosen Manns an die Spitze des Staates und schließlich zum umjubelten "Duce" beleuchtet. Kritiker diffamiert er durchgängig. Gegner räumt er gnadenlos, auch mit Hilfe seiner faschistischen Schlägertrupps aus dem Weg, scheut auch den politischen Mord nicht. Der Autor beschreibt, beklemmend aktuell, welche politischen und sozialen Wirkkräfte den Weg in den Faschismus, in die Menschenverachtung, möglich gemacht haben.

Rob van Essen

Rob van Essen: "Der gute Sohn"
Quelle: homunculus

„Der gute Sohn", homunculus 2020.

Die Niederlande wollen endlich groß werden, also beschließt der Staat, die kleine Provinz Holland abzuschaffen. Heraus kommt ein Riesenreich mit Bergen, Steppen und Großstädten, mit stundenlangen Megastaus. So könnte es bald kommen, geht es nach dem niederländischen Schriftsteller Rob van Essen. Folgerichtig schickt er zwei Sechzigjährige auf Entdeckungstour in eine Welt, die vom bedingungslosen Grundeinkommen, von geschwätzigen Robotern und selbstfahrenden Autos bestimmt wird. Ein Roman, der alles in sich vereint: Endzeitszenario, Thriller und Roadmovie.

Susanne Kerckhoff

Susanne Kerckhoff: "Berliner Briefe"
Quelle: Das Kulturelle Gedächtnis

„Berliner Briefe“, Das Kulturelle Gedächtnis 2020.

"In ein bestimmtes Lager gehöre ich – in das Lager derjenigen, die sich noch in gar keiner Weise beruhigt haben. Über Nationalsozialismus und Krieg, über Sozialismus und Kapitalismus, über Schuld und Sühne, über eigene Schuld und eigene Sühne kann ich mich nicht beruhigen." So empörte sich die streitlustige Publizistin und Schriftstellerin Susanne Kerckhoff nach dem Zweiten Weltkrieg über die Verdrängungstendenzen der Deutschen. In ihrem halbfiktiven Roman "Berliner Briefe", der 1948, zwei Jahre vor ihrem Tod, erstmals erschienen ist, unterzieht sie sich in Briefen an einen jüdischen Freund einer schonungslosen Selbstbefragung und politisch-gesellschaftlichen Bestandsaufnahme zu Beginn der Nürnberger Prozesse.

Cécile Wajsbrot

Cécile Wajsbrot: "Zerstörung"
Quelle: Wallstein

"Zerstörung", Wallstein 2020.

Die Dystopie der geschichtsbewussten französischen Autorin erzählt von der schleichenden Einführung der Diktatur in einer Gesellschaft, der die Demokratie gleichgültig geworden ist und die keine Lust mehr hat auf Intellektualität und bürgerliches politisches Engagement. Im Roman ordnete die repressive Staatsführung an, dass sich niemand mehr ohne triftigen Grund in der Öffentlichkeit aufhalten darf.  Essen unter freiem Himmel ist verboten, Buchhandlungen, Theater und Erinnerungsorte werden geschlossen. Der öffentliche Raum ist leergefegt. Aber es gibt auch leise Stimmen, die sich nicht abfinden wollen.

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